Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
305
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Der Bindfaden der Monna Sismonda. 305

an zu nahen und zu erwarten, wohin diese ganze Ge-schichte endlich ausgchen werde.

Arriguccio hatte indessen sein Haus verlassen, eilte soschnell er konnte zu dem der Brüder seiner Frau undklopfte hier so lange, bis er gehört wurde und man ihmöffnete. Die Brüder der Frau, deren drei waren, undihre Mutter hörten kaum, daß es Arriguccio wäre, als sieAlle aufstanden, Lichter anzünden ließen und zu ihm ka-men, um zu fragen, was er zu dieser Stunde und so al-lein begehre. Diesen nun erzählte Arriguccio von demFaden an, den er an der Zehe der Monna Sismondabefestigt gefunden, bis zu dem Letzten, was er entdecktund gethan hatte, Alles, und um ihnen diese Thatsachenvollständig zu beweisen, überreichte er ihnen die Haare,welche er der Frau abgeschnitten zu haben glaubte, indemer hinzufügte, sie möchten nun zu ihr kommen und mitihr machen, was sie ihrer Ehre angemessen glaubten;denn er seinerseits wolle sie nicht länger in seinem Hausedulden.

Die Brüder der Frau, heftig erzürnt über Alles, wassie gehört hatten, und, da sie dies für gewiß hielten, sehrerbittert gegen ihre Schwester, ließen Fackeln anzündenund begaben sich mit Arriguccio auf den Weg und gin-gen in der Absicht, ihr ein böses Spiel zu machen, mitihm zu seinem Hause. Als ihre Mutter dies sah, begannsie ihnen weinend zu folgen, bald diesen, bald jenen be-schwörend, sie möchten doch alles dies nicht sogleich glau-ben, ohne andere Beweise zu sehen und zu erkunden;denn der Mann könne ja aus andern Gründen gegen sieerzürnt sein, ihr Unrecht gethan haben und ihr jetzt zuseiner Entschuldigung dies Schuld geben, indem sie nochhinzusetzte, sie wundere sich, wie das sollte zugegangen sein,da sie ihre Tochter wohl kenne, die sie von klein auf er-zogen habe, und vieles Aehnliche.

Zu Arriguccio's Hause gelangt und eingetreten, began-nen sie die Treppe hinauf zu steigen. Als Monna Sis-