Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
303
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Der Bindfaden der Monna Sismonda. 303

welcher draußen wartete und ihn hörte, was es sein möchte,nämlich, daß Arriguccio es wäre, der ihm öffnete, undergriff nun aufs schnellste die Flucht und Arriguccio hin-ter ihm her. Zuletzt jedoch, nachdem Rubecto eine großeStrecke geflohen und Jener ihn zu verfolgen nicht aus-hörte, zog auch er, da er gleichfalls bewaffnet war, dasSchwert, wandte sich um und sie begannen nun, der Eineanzugceifen, der Andere sich zu vertheidigen.

Jndeß war die Frau, als Arriguccio die Kammer öff-nete, erwacht, und da sie den Faden vom Fuß abgeschnit-ten fand, gewahrte sie sogleich, daß ihr Trug entdeckt sei.Da sie errieth, daß Arriguccio den Ruberto verfolge, standsie schnell auf und nachdem sie erkannt, was daraus er-folgen könne, rief sie ihre Magd, die um Alles wußte,und redete auf diese so lange ein, bis sie sich statt ihrerin das Bett legte, wobei sie sie bat, ohne sich zu erken-nen zu geben, die Streiche ruhig zu ertragen, die Arri-guccio ihr geben möchte, indem sie ihr dafür eine solcheVergeltung versprach, daß sie sich darüber nicht sollte zubeschweren haben. Dann löschte sie das Licht aus, dasin der Kammer brannte, verließ diese, und verbarg sich ineinem andern Lheile des Hauses, erwartend, was nungeschehen würde.

Unterdeß ging der Handel zwischen Arriguccio undRuberto fort, sodaß ihn die Anwohner der Straße hör-ten, sich erhoben und ihnen allerhand Uebles zu sagen an-fingen; Arriguccio, aus Furcht, erkannt zu werden, sahsich endlich genöthigt, ohne zu erfahren, wer der jungeMensch wäre, oder ihn auf irgend eine Art verletzen zukönnen, zornig und wüthend, ihn zu verlassen, und nach.Hause zurückzukehren. Hier wieder in seine Kammer ge-langt, rief er Zorn sprühend aus:Wo bist Du, abscheu-liches Weib? Du hast das Licht ausgelöscht, damit ichDich nicht finde, aber Du hast Dich betrogen!"

Und nun trat er an das Bett, ergriff die Magd, inwelcher er seine Frau zu ergreifen glaubte, und gab ihr.