300 Siebenter Tag. Achte Geschichte.
müssen." *Egano sagte: „wahrlich Du sprichst wahr,"und auf den Grund dieses Ereignisses glaubte er fest diekeuscheste Frau und den treuesten Diener zu haben, dieje ein Edelmann besessen.
Anichino aber und seine Dame, obgleich sie noch oftüber diesen Vorfall lachten, verdankten ihm-, so lange esdem ersten gefiel, bei Egano in Bologna zu verweilen,größere Freiheit, zu thun, woran sie Lust und Gefallenfanden, als ihnen sonst vermuthlich gewahrt wordenwäre. —"
Achte Geschichte.
Ein Mann wird auf seine Frau eifersüchtig, und diese wickelt sicheinen Bindfaden um die Zehe, um zu fühlen, wenn ihr Liebhaberkommt; der Mann wird dessen gewahr, und während er den Lieb-haber verfolgt, legt die Frau eine Andere an ihrer Stelle insBett, die der Mann schlägt und der er die Locken abschneidet;dann eilt er zu ihren Brüdern, die, als sie finden, Laß Alles un-wahr sei, ihn heftig ausschelten.
Eon erlesener Bosheit schien Allen der Streich der DonnaBeatrice gegen ihren Gemahl, und Jeder versicherte, daßAnichino's Furcht fürwahr nicht gering gewesen sein müsse,als er, von der Dame festgehalten, sie erzählen hörte, wieer ihr Liebesanträge gemacht habe. Doch als der KönigPhilomelen schweigen sah, wandte er sich gegen Neiphilenund sprach: „Nun fahret Ihr fort." Diese, nachdem sieein wenig zuvor gelachelt, begann:
„Schöne Mädchen, ich habe keine geringe Last aufmir, wenn ich Euch mit einer eben so schönen Geschichtebefriedigen will, wie die waren, welche Euch bis jetzt ec-