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2 (1843)
Entstehung
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296
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296 Siebenter Lag. Siebente Geschichte-

zählte ec ihr, fast mit Thränen in den Augen, wer er sei,was er von ihr gehört, wo und wie ec sich in sie verliebthabe, und warum er ihres Mannes Diener geworden sei.Dann aber bat er sie demülhig, wenn sie cs irgend übersich gewinnen könne, möge cs ihr gefallen, Mitleid fürihn zu haben und sein geheimes und glühendes Verlangenzu erfüllen. Sollte sie das aber nicht wollen, so mögesie ihm dennoch erlauben, so wie bisher zu bleiben, undgestatten, daß er sie liebe.

O wunderbare Huld des bolognesischen Blutes, wiewarst Du immerdar in solchen Drangsalen zu preisen!Nie begehrtest Du nach Seufzern und Thranen. Au al-len Zeiten warst Du für Bitten empfänglich und ergäbestDich willig den Wünschen der Liebe. Genügte mein Lob,um Dich würdig zu preisen, nie würde meine Zunge vonihm aufhören.

Wahrend Anichino redete, blickte die schöne Frau ihnan, und im vollen Vertrauen auf die Wahrheit seinerWorte, empfing sie von seinen Bitten im Herzen die Liebezu ihm mit so plötzlicher Macht, daß nun sie zu seufzenbegann und nach einigem Seufzen sagte:Mein süßerAnichino, sei guten Mukhes. Niemals vermochten Ge-schenke, oder Versprechen, oder Liebeswerben von Ritternund Herren und von wem sonst immer, denn viele trugenund tragen ihre Liebe mir an, so viel über mich, daß ichje Einen von ihnen geliebt hatte; aber wahrend der kur-zen Dauer Deiner Worte bin ich vielmehr Dein als meineigen geworden. Ich erkenne, daß Du meine Liebe zurGenüge verdient hast, und so schenke ich sie Dir, undverspreche ihre Früchte Dir zu gewahren, noch che dienächste Nacht ganz vergangen ist. Und damit wirklich sogeschehe, so richte Dich ein, daß Du um Mitternacht inmeine Kammer kommst. Die Thür werde ich offen lassen;auf welcher Seite im Bett ich liege, weißt Du; dahinkomme, und sollte ich schlafen, so rühre mich nur, bis ichwache, und dann will ich Dich trösten über die lange Zeit,