288 Siebenter Lag. Sechste Geschichte.
nun an seine Frau für gut und verständig, und geradejetzt, wo ihm Eifersucht Noth that, legte ec sie ebensoad, wie er sie angethan hatte, da sie ihm nöthig war.Daher konnte denn die kluge Frau sich jetzt ihren Wünschenfast gänzlich überlassen, ohne ihren Liebhaber weiter über dasDach kommen zu lassen, wie die Katzen thun, ihn mitVorsicht durch die Thür einsühren und sich noch oft mitihm eine frohe Stunde und ein heitres Leben bereiten."
Sechste Geschichte.
Madonna Jsabella verweilt mit Lionctto und wird von HemLambertuccio, der sie liebt, besucht; auch ihr Mann kehrt zurück,und sie schickt den Lambertuccio nun mit einem Messer in der .Hand aus dem Hause, worauf der Mann den Lionctto freundlichnach Hause begleitet-
^iammetta's Erzählung hatte Allen wunderbar gefallen,und Jeder behauptete, die Frau habe recht gcthan undwie es einem so thorichten Manne geziemte; als sie jedochbeendet war, befahl der König Pampineen fortzufahren.Diese begann:
„Es gibt Viele, welche einfältig genug behaupten, daßdie Liebe den Menschen seiner vollen Ueberlegung beraubeund den Liebenden kopflos und unbedacht mache. Diesscheint mir eine thörichte Meinung, und die schon vorge-tragencn Geschichten zeigen dies hinreichend; dennoch willauch ich Euch dies zu beweisen versuchen.
In unserer Stadt, die an allen Gütern reich ist, lebteeine anmuthige, junge und schöne Frau, die Gattin einestapfern und achtbaren Ritters. Und wie es denn häufiggeschieht, daß der Mensch nicht immer mit einer Speise