Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
286
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286 Siebenter Tag. Fünfte Geschichte.

unterdessen damit, daß sie sich mit ihrem Liebhaber fortund fort gute Zeit machte. Endlich konnte jedoch der Ei-fersüchtige dies nicht langer ertragen, und mit erzürnterMiene fragte ec einst die Frau, was sie dem Prie-ster am Morgen ihrer Beichte bekannt habe. DieFrau antwortete ihm, sie wolle ihm das nicht sagen,denn das sei weder recht noch geziemend.AbscheulicheFrau," erwiderte der Eifersüchtige hierauf,Dir zumTrotz habe ich erfahren, was Du ihm bekannt hast, undich muß nun durchaus wissen, wer der Priester ist, inden Du so verliebt bist, und .der» mittelst seiner Zauber-künste jede Nacht bei Dir schlaft oder fürwahr, ichwill Dir den Hals abschneiden." Hierauf entgegnetedie Frau, es sei gar nicht wahr, daß sie in einen Prie-ster verliebt sei.Wie?" sprach der Eifersüchtige,sagtestDu nicht so und so zu dem Priester, der Dir Beichtehörte?" Da antwortete die Frau:Er braucht es Dirnicht wieder gesagt zu haben; es wäre mir ganz recht,wenn Du selbst zugegen gewesen wärest; ja, allerdingshabe ich ihm das gesagt."Nun also," sprach derEifersüchtige,sag' mir, wer dieser Priester ist, und dasauf der Stelle."

Jetzt sing die Frau an zu lachen und sagte:Michkann cs freuen, wenn ein kluger Mann von einer einfa-chen Frau am Narrenseil geführt wird, wie man einenHammel bei den Hörnern zur Schlachtbank führt; obschonDu nicht solch ein kluger Mann bist und cs auch vonder Stunde an nicht wärest, wo Du Dir diesen bösenGeist der Eifersucht in die Brust dringen ließest, ohne zuwissen warum, und je thörichter und je tölpischer Dubist, je mehr vermindert sich mein Verdienst. GlaubstDu, mein lieber Mann, daß ich mit den leiblichen Au-gen blind bin, wie Du es mit den geistigen bist? Für-wahr nicht! Ich sah und erkannte, wer der Priester war,der mir Beichte hörte, und ich weiß, daß Du dieser warst.Aber ich nahm mir vor, Dir zu geben, was Du suchtest,