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Der Eifersüchtige als Beichtvater.
ihrer Seits ein Vergnügen zu genießen, wie die Arbeiterdes Feldes, die Handwerker in den Städten und die Len-ker der Höfe es genießen! ja, wie Gott selbst cs genoß,der am siebenten Tage von allen seinen Mühen auscuhete,V und wie die heiligen und bürgerlichen Gesetze cs verlan-I gen, die zur Ehre Gottes und zum allgemeinen BestenI Aller die Tage der Arbeit von denen der Ruhe unterschie-den haben. Allem Diesen widersetzen sich aber die Eifer-süchtigen; ja sie wählen sogar die Tage aus, welche füralle Anderen Tage der Freude sind, um ihre Frauen, diesie dann nur noch fester verschlossen und cingckerkert hal-ten, desto unglücklicher und trostloser zu machen. Wietraurig und welcher Gipfel des« Unglücks dies aber für dieAermsten sei, das können nur Die wissen, die es selbst er-fahren haben. Darum, zum Schluß, sollte man gewiß, Das, was eine Frau ihrem mit Unrecht eifersüchtigen Ge-mahl zum Possen thut, nicht verdammen, sondern ihmvielmehr Beifall zollen.
So lebte denn also in Rimini einst ein Kaufmann,an Besitzungen und Geld sehr reich, welcher, indem er! eine gar schöne Frau zur Gattin hatte, auf diese über dieMaßen eifersüchtig ward. Hierzu hatte er jedoch keinenandern Grund, als den, daß er sie sehr liebte, sie sehrschön fand und wußte, daß sie sich alle ihr möglicheMühe gab, ihm zu gefallen. Eben darum meinte er aberauch, daß jeder Andere sie lieben müsse wie er, daß sieauch jedem Andern so schön erscheinen müsse wie ihm,und endlich, daß sie sich auch jedem Andern zu gefallenebenso bemühe, wie ihm: die Schlußfolge eines schlechtenEemüths und ein Beweis von geringem Verstaube. Ei-fersüchtig, wie er nun war, hütete und hielt er sie soenge, daß es vielleicht Viele gibt, die zur Todesstrafe ver-dammt sind und doch von den Gefangenwärtern mindergehütet werden, als sie cs war. Die Arme, abgesehendavon, daß sie weder jemals zu einer Hochzeit, noch zueinem Fest oder in die Kirche gehen durste, durste in der