278 Siebenter Tag. Fünfte Geschichte.
Fünt'te Geschichte.
Ein Eifersüchtiger Hort, als Priester verkleidet, seine Frau zurBeichte, welche ihm weiß macht, daß sic einen Pater liebe, der jedeNacht zu ihr komme, und während der Eifersüchtige nun diesem auder Thür verborgen auflaucrt, läßt die Frau ihren Liebhaber überdas Dach zu sich kommen, und verweilt mit ihm.
Äaurctta hatte ihre Erzählung geendet, und Jeder lobtedie Frau, daß sie recht gethan und dem Schächer erwiesenhabe, was ihm gebühre, als der König, um keine Zeitzu verlieren, sich gegen Fiammetta wandte und das Amtdes Erzählens freundlich aus sie übertrug; weshalb diesedenn auch folgendermaßen begann:
„Sehr edle Damen, die vorhergehende Geschichte legtmir gleichsam die Pflicht auf, gleichermaßen von einemEifersüchtigen zu erzählen, indem ich der Meinung bin,daß, was die Frauen gegen Solche ausüben, besondersaber, wenn Jene ohne Ursache eifersüchtig sind, ganz rechtgeschehe und ihnen wohl anstehe. Ja hätten die Gesetz-geber Alles wohl betrachtet, so glaube ich, daß sie hier fürdie Frauen keine andere Strafe ausgemacht haben würden,als sie Dem bestimmt haben, der einen Andern verletzt,indem er sich selbst vertheidigt. Denn in der That sinddie Eifersüchtigen Nachsteller und Feinde des Lebens ihrerungen Frauen und unablässige Vermittler ihres Todes.Die ganze Woche sitzen die Aermsten eingeschlossen, undmit den Bedürfnissen des Hauswesens und der Familiebeschäftigt, verlangend, wie Jeder lhut, wenigstens anFesttagen einige Freude, einige Ruhe zu haben> und auch