Der Brunnen des Tofano.
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nur, was das für ein Mensch ist! Was würdet Ihrsagen, wenn ich so auf der Straße stände wie er, under im Hause wäre, wie ich? Gottestreu, ich zweiflenicht, Ihr würdet glauben, er sagte die Wahrheit. Da-ran aber könnt Ihr seinen Sinn erkennen. Gerade be-hauptet er, daß ich gethan hätte, was er begangen hat,wie ich mir denke. Er wollte mich schrecken, indem er,ich weiß nicht was, in den Brunnen warf; aber wollteGott, er hätte sich nur wirklich hineingestürzt und wäredarin ertrunken, damit wenigstens der Wein, den er zu-viel getrunken hat, gehörig mit Wasser gemengt wordenwäre."
Nun singen die Nachbarn, Männer und Frauen, an,alle auf Tofano zu schelten und ihm Unrecht zu gebenund ihn laut wegen Dessen zu schmähen, was er gegenseine Frau vorbrachte; und kurz, so gewaltig wuchs derLärm von Nachbar zu Nachbar an, daß er endlich biszu den Verwandten der Frau gelangte. Diese eilten her-bei und, nachdem sie die Sache von einem und dem an-dern Nachbar vernommen, nahmen sie den armen Tofanoin die Mitte und theilten ihm so viel Püffe mit, daßsie ihm fast die Glieder zerbrachen. Dann traten sie indas Haus, nahmen die Sachen der Frau, führten diese mitsich hinweg und drohten dem Tofano noch Schlimmeres.
Tofano sah nun wohl, daß er übel angekommen sei,und erkannte, wohin seine Eifersucht ihn geführt; mitMühe gewann er, da er seine Frau von Herzen liebte,noch einige vermittelnde Freunde und brachte es endlichdahin, daß ec in Frieden die Frau in sein Haus zurück-bekam. Dieser gelobte er nun, nie wieder eifersüchtig zusein, und »erstattete ihr überdieß, ganz ihrem Vergnügennachzugehen, jedoch so vorsichtig, daß er es nicht gewahr^ würde. Und so verfuhr er nach dem Sprichwort: „Der» dumme Bauersmann nimmt erst die Prügel und verträgt» sich dann." Unter uns aber lebe die Liebe und es sterbeI der Krieg mit der ganzen Sippschaft!"