Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
276
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276 Siebenter Lag. Vierte Geschichte.

nicht sobald vernahm, als er auch zuversichtlich glaubte,sie habe sich wirklich hineingestürzt; schnell ergriff er daherden Eimer und den Strick, eilte aus dem Hause, um siezu retten, und rannte zu dem Brunnen hin.

Die Frau, welche sich unterdeß nahe an der Thürdes Hauses versteckt hielt, schlüpfte, sobald sie ihn auf denBrunnen zueilen sah, leise in das Haus, schloß sich da-rinnen ein, trat dann selbst an das Fenster und sprachzu sich selbst:Wasser soll man zugießen, so lange mantrinkt; nicht hinterdrein in der Nacht." Als Tofano siehörte, erkannte er den Possen, den sie ihm gespielt, undkehrte zu der Thür zurück; hier konnte er jedoch nicht hin-ein und fing nun an, von der Frau zu begehren, daß sieihm öffnen möchte. Sie aber hörte jetzt auf, leise wie siebis dahin gethan hatte, zu sprechen, und erwiderte ihmmit lauter Stimme und fast schreiend:Gottes Kreuz,widerwärtiger Trunkenbold, Du kommst diese Nacht nichtins Haus. Ich kann Deine Manieren nicht länger dul-den, und Jedermann muß ich zeigen, wes Geistes KindDu bist, und daß Du erst um diese Stunde nach Hausekommst."

Tosano seiner Seits, nicht wenig hierüber erzürnt,sing an zu lärmen und ihr Schmähungen zuzurufen. DieNachbarn hörten den Lärm, Männer und Frauen standenauf, stürzten an die Fenster und fragten, was das fürein Lärmen wäre. Nun sing die Frau an zu weinenund rief:Nichts anders, als dieser schändliche Menschist es, der mir jeden Abend betrunken nach Hause kommt,oder in den Kneipen ausschläst und dann zu dieser Stundeheimkehrt; lange habe ich es verschmerzt, und es hat mirnichts geholfen; jetzt habe ich es nicht länger tragen kön-nen und habe ihm die Schande machen müssen, ihn aus-zusperren, um zu sehen, ob das ihn vielleicht bessernwird." Der Tölpel Tofano von der andern Seiteerzählte, wie die Sache gewesen war, und drohte ihr hef-tig. Aber die Frau rieft ihren Nachbarn zu:Nun seht