Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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274
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274 Siebenter Tag. Vierte Geschichte.

allein den Muth hatte, den Geliebten in ihr Haus zuführen, sondern selbst zuweilen einen großen Theil derNacht in dem seinigen zubrachte, welches von dem ihrengar nicht weit entfernt war.

Indem nun das verliebte Weib in dieser Weise zuleben fortfuhr, bemerkte ihr jämmerlicher Gemahl docheinst, daß sie bei aller Aufforderung zum Trinken selbstniemals trank. Hieraus schöpfte er Verdacht, es könnewohl so sein, wie es wirklich war, daß nämlich die Frauihn nur berauscht machen wolle, um dann ihrem Ver-gnügen nachzugchen, während er schliefe. Entschlossen, zuerproben, ob dem so wäre, stellte er sich eines Abends,ohne am Tage getrunken zu haben, in Sprache und Be-tragen als der betrunkenste Mensch, der jemals auf derWelt war. Die Frau glaubte dies, und indem sie an-nahm, daß er nicht mehr zu trinken brauche, um gut zuschlafen, eilte sie, ihn schnell ins Bett zu stecken. Diesgcthan, machte sie sich, wie sie schon öfter zu thun ge-wohnt war, aus dem Hause und zu dem ihres Liebha-bers hin, wo sie bis zur Mitternacht verweilte.

Als Tofano seine Frau nicht mehr im Hause sah,stand er schnell auf, ging zur Thür hin, schloß diese voninwendig zu und begab sich nun ans Fenster, um siezurückkehrcn zu sehen und ihr dann zu zeigen, daß erihre Kunstgriffe durchschaut habe. Und so lange blieb ernun hier, bis die Frau heimkehrte. Als diese an dasHaus kam und sich ausgeschlossen sah, war sie sehr be-stürzt und begann zu versuchen, ob sie die Thüre mit Ge-walt öffnen könne.

Nachdem Tofano dies nun eine Zeit lang mit ange-sehen halte, rief er hinab:Frau, Du mühest Dich um-sonst, denn hier hinein kommst Du nicht; geh und kehredahin zurück, wo Du bis jetzt jetzt gewesen bist, und seiüberzeugt, Du kommst hier nimmer wieder herein, bis ichDir dieserwegen in Gegenwart Deiner Verwandten undNachbarn diejenige Ehre erwiesen habe, die Du so sehr