Die Besprechung der Würmer. 271
nur verderben, was gut gemacht ist; doch warte, ich willsehen, ob Du kommen kannst, dann will ich Dich rufen."
Pater Rinaldo, der Alles mit angehört und sich ganzgemächlich wieder angezogen hatte, nahm nun das Kindin den Arm, als Alles wieder in gehöriger Ordnung war,und rief: „Frau Gevatterin, höre ich nicht den HerrnGevatter dort?" „Ja wohl, Herr," erwiderte der Pinsel.„Nun," sprach der Mönch," so kommt dock) her!" —Der einfältige Geselle trat ein. „Hier, nehmt EurenSohn," sprach Pater Rinaldo zu ihm, „den die Gnade desHerrn wieder gesund gemacht hat, indeß ich noch ebenerst glaubte, Ihr würdet ihn vor Abend verblichen sehen;und nun macht und laßt eine Statue von Wachs, vonderselben Größe wie er, zum Lobe des Herrn vor derBildsäule des heiligen Herrn Ambrosius, um dessen Ver-dienstes willen der Himmel Euch diese Gnade erwiesen hat,aufstellen."
Als der Knabe den Vater erblickte, lief er auf ihn zuund liebkosete ihn, wie kleine Kinder zu thun pflegen.Dieser nahm ihn auf den Arm, vergoß Freudenthränen,nicht anders, als wenn er ihn eben aus dem Grabe ge-zogen hätte, und sing dann an ihn zu küssen und seinemGevatter, der ihn ihm geheilt hatte, zu danken.
Bruder Ninaldo's Kamerad (der der kleinen Magdunterdeß nicht ein, sondern vielleicht mehr als vier Pater-noster gelehrt und ihr eine kleine Börse von weißem Zwirn,welche ihm eine Nonne geschenkt, verehrt, auch sie zu sei-nem Beichtkindc gemacht hatte), hatte den gläubigen Pin-sel nicht sobald an der Thür rufen hören, als er leisedahin herbeikam, von wo er Alles sehen und hören konnte,was vorging und geschah. Als er die Sache in gutemGleise sah, kam er herab, trat in die Kammer und sprach:„Bruder Rinaldo, die vier Gebete, die Ihr mir aufgege-bcn habt, habe ich alle gesprochen." — „Mein Bruder,"entgegnete der Pater hierauf, „Du mußt einen guten Athemhaben und hast Deine Sache wohl gemacht. Ich meiner