Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
270
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270 Siebenter Lag. Dritte Geschichte.

Der gute Manu hatte noch nicht aufgehört zu pochen,als die Frau ihm antwortete:Ich komme ja schon."Dann stand sie auf, trat mit einem freundlichen Gesichtan die Thür der Kammer, öffnete sie unb sprach:Lieb-ster Mann, ich sage Dir, unser Gevatter, Bruder Ri-naldo, ist hergekommen und gewiß von Gott uns zuge-schickt; denn wahrhaftig, wäre er nicht dazu gekommen,heute hätten wir unfern lieben Sohn verloren." Alsder gute Pinsel dies hörte, wollte er fast vergehen undrief:Wie sagst Du?"Ja, lieber Mann," sprach dieFrau,aber vorher siel ec mir in eine solche Ohnmacht,daß ich glaubte, er wäre mausetodt; und ich hätte nichtgewußt, was zu thun, oder zu sagen, wenn unser Ge-vatter Rinaldo nicht dazu gekommen wäre und ihn umden Hals genommen und gesagt hätte:Gevatterin, dassind blos Würmer, die ec im Leibe hat, die ihm an dasHerz hinaufsteigen und ihn leichtlich umbringen könnten;aber besorget nichts; ich will sie ihm besprechen und siealle todt machen, und ehe ich von hinnen gehe, sollt IhrEuren Sohn wieder so gesund sehen, wie jemals;"" undweil Du uns denn fehltest, um einen Theil der Beschwö-rung zu sprechen, und die Magd Dich nicht zu findenwußte, so ließ er seinen Kameraden an die höchste Stelleunseres Hauses hinaufsteigen und dort beten, und er undich traten hier hinein. Und weil kein Anderer als dieMutter deS Kindes dabei sein darf, so schloffen wir unshier ein, damit uns Niemand störe, und Du siehst, nochhat er unser Kind im Arm. Ich denke, er wartet nur,daß sein Kamerad mit Beten fertig ist, und das muß ecwol sein, denn der Knabe ist schon wieder bei sich."

Der arme Pinsel glaubte alle diese Dinge, und soumstrickte ihn die Liebe zu dem Kinde, daß er keine Ah-nung von der List hatte, welche die Frau gegen ihn spie-len ließ; vielmehr stieß er einen mächtigen Seufzer ausaus und sprach:Laß mich gehen ihn zu sehen." Bei