Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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Die Besprechung der Würmer.

Die Frau, welche wenig Logik verstund und überdiesnur noch geringer Ueberredung bedurfte, glaubte oder thatwenigstens, als glaube sie, was der Mönch sagte, underwiderte:Wer wüßte wol auf Eure weisen Reden zuantworten?" Dann aber, der Gevatterschaft zum Trotz,ergab sie sich darein, zu thun, was er begehrte und nichtfür einmal blos fingen sie damit an, sondern von demDeckmantel der Gevatterschaft gemächlich geschützt, da derArgwohn hierdurch geringer ward, fanden sie sich dann mehrund öfter zusammen.

Doch einmal unter andern geschah es, daß, als Bru-der Rinaldo zu dem Hause der Frau kam und Niemanddort erblickte, als eine kleine Magd derselben, hübsch undfreundlich genug, er seinen Begleiter mit dieser nach demTaubenschlag schickte, um ihr das Paternoster zu lehren,während er mit der Frau, die ihren kleinen Sohn an derHand hatte, in eine Kammer trat, sich darinnen verschloßund auf einem Ruhebette, das dort stand, mit ihr seinenScherz zu treiben anfing. So noch verweilend, begab essich, daß der Gevatter heimkehrte und, ohne von Jemandgehört zu sein, die Kammerthür erreichte, dort anklopfteund seine Frau rief.

Als Frau Agnese dies hörte, rief sie aus:Ich binverloren! Da ist mein Mann, und jetzt wird er ohneZweifel erkennen, was die Ursache unserer Vertraulichkeitist." Bruder Rinaldo war entkleidet, das heißt ohneKaputze und Scapulier, in kurzer Unterkutte.Ihr habtrecht," entgegnete er, als er dies hörte;wäre ich nur an-gekleidet, so fänden wir wol Mittel; doch öffnet Ihr ihm,und er findet mich so, so gibt es keine Ausflucht."Die Frau, von einem plötzlichen Einsall erleuchtet, erwi-derte:Zieht Euch nur an, und wenn Ihr damit fertigseid, nehmt Euren Pathen in den Arm und gebt wohlAcht auf Das, was ich ihm sagen werde, sodaß EureReden mit den meinen übereinstimmen; dann aber laßtmich nur machen."