Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
266
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266 Siebenter Tag. Dritte Geschichte.

sie über etwas Anderes, darüber sollten gelocht haben.Doch als der König seine Erzählung geendet sah, befahler Elisen weiter zu reden; diese, zu gehorchen bereit, be-gann sogleich:

Anmuthige Mädchen, die Beschwörung von EmiliensGespenst hat mir eine andere Beschwörungsgcschichte insGedächtniß zurückgerufen, die ich, obgleich sie so schönnicht ist, als jene war, Euch doch, da mir nicht gleicheine andere Erzählung über unfern Stoff einfällt, vortra-gen will.

Ihr müßt also wissen, daß in Siena einst ein jungerMensch, hübsch und von angesehener Familie, lebte, wel-cher Rinaldo hieß. Dieser liebte eine äußerst schöne Dameseiner Nachbarschaft, die Frau eines reichen Mannes, undda ec hoffte, wenn er sie nur einmal ohne Verdacht zusprechen Mittel fände, von ihr gewinnen zu können, wasec wünschte, so beschloß er, da er keinen andern Weg hier-zu sah, und die Frau eben guter Hoffnung war, ihr Ge-vatter zu werden. Er machte sich daher an ihren Mann,trug ihm dies auf die Weise, die ihm die anständigstedünkte, vor, und cs geschah.

Als Rinaldo nun so der Gevatter der Frau Agnesegeworden war und nun einen scheinbaren Vorwand besaß,mit ihr zu verkehren, so faßte er Muth und ließ seineWünsche durch Worte erkennen, wie sie schon lange vor-her in dem Ausdruck seiner Augen sie erkannt hatte. Dochanfangs nützte ihm das wenig, obgleich der Dame nichtzu misfallen schien, was sie von ihm gehört hatte.

Nicht lange darauf ereignete sich, was auch die Ur-sache davon sein mochte, daß Rinaldo Mönch wurde, und,mochte er nun seine Rechnung dabei finden oder nicht, ecblieb es. Einigermaßen mochte er nun wvl um die Zeit,wo er Geistlicher wurde, die Liebe zu seiner Gevatterin undzu gewissen andern Nichtigkeiten bei Seite gesetzt haben,allein im Verlauf der Zeit, und ohne sein Gewand da-rum abzulegen, nahm er diese doch alle wieder aus, fing