Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
263
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Der Hahnreih im Weinfaß. 263

verschmähet ihn, um zu diesem zu kommen, der nichtdaran denkt, wen er in sein Haus geführt hat. Andereleben gute Zeit mit ihren Liebhabern, und Keine ist weitund breit, die nicht ihrer zwei oder drei hatte, und froherDinge sind sie, und machen dem Mann ein T für ein Uvor, und ich Unglückliche, weil ich so gut bin und mitsolchen Geschichten mich nicht befasse, lebe schlechte Tageund im Elend. Fürwahr, ich weiß nicht, warum ichmir nicht auch solch einen Liebhaber nehme, wie alle An-dere cs machen. Glaube nur, mein Schatz, wenn ich eswollte, ich würde schon meinen Mann finden: denn esgibt gar zierliche Leutchen, die mich lieb haben und mirwohl wollen und die mir viel Geld haben anbieten lassen,oder wenn ich lieber wollte, Kleider und Geschmeide; abermein Herz hat es nimmer zugegeben, denn ich bin keinesWeibes Kind dafür, und nun kehrst Du mir nach Hausezurück, indeß Du an der Arbeit sein solltest."

Um Gottes Willen, Frau," erwiederte der Mann,giebDich darum nicht der Trübsal hin. Du kannst glauben,daß ich weiß, wer Du bist, und erst heute Morgen habeich das wieder zum Theil eingesehen. Wahr ist's, daß ichvorhin aus Arbeit ausging; aber ich sehe, daß Du es ebenso wenig gewußt hast, als ich selbst; es ist heute St. Ga-leonssest, und Arbeit gibt es nicht, und darum kehre ichzu dieser Stunde zurück. Aber dessenungeachtet habe ichvorgesocgt und Mittel gefunden, daß wir Brot haben fürlänger als für einen Monat hintereinander; denn ich habediesem Mann, den Du hier bei mir siehst, den Bottichverkauft, den Du kennst und der uns schon so lange nurim Hause zur Last ist, und er gibt mir fünf Lilienducatendafür."

Hierauf entgegnen Peronella:Alles das ist blos zumeinem Aerger; Du, der Du ein Mann bist und umhergehest und von den Dingen der Welt wissen solltest, hasteinen Bottich für fünf Dukaten verkauft, den ich als Frau,die fast nimmer vor die Thür kommt, weil er uns im