Der Ehebrecher als Gespenst. 259
aber, wenn er sich zu anderen Malen mit der Frau zu-sammen fand, lachte er noch viel über diese treffliche Be-schwörung.
Wahr ist es indeß, daß einige behaupten, die Frauhabe den Schädel des Esels wohl nach Fiesole gewendet;aber ein Arbeiter, der durch den Weinberg ging, habe miteinem Stock darauf geschlagen und ihn so umwenden ge-macht, daß er nach Florenz zu stehen geblieben sei, undFederigo, sich gerufen wähnend, erschienen sei, die Frauaber die Beschwörungsformel auf diese andere Weise ange-stimmt habe:
„Geh fort, Gespenst, das in der Nacht umgeht;
Den Eselskopf, den Hab ich nicht gedreht.
Wer cs gethan, den möge Gott bestrafen.
Laß mich und Gianni nunmehr weiter schlafen."
Hierauf sei er denn fortgegangen und ohne Obdachund ohne Abendbrod geblieben.
Aber eine meiner Nachbarinnen, eine schon sehr be-jahrte Frau, versichert mich, das eins so richtig sei wiedas andere, wie sie dies schon als Kind erfahren habe;doch daß die letzte Geschichte nicht dem Gianni Lotteringhi,sondern einem Anderen, der Gianni di Nello hieß undam Sanct Petersthor wohnte, widerfahren sei, einem nichtweniger einfältigen Pinsel, wie unser Gianni selbst war.
Und darum, Ihr werthen Frauen, steht es denn inEurer Wahl, von den beiden Formeln die anzunehmen,die Euch zumeist gefallt, oder wollt Ihr auch, beide. IhreWirkung ist in solchen Fällen erprobt, wie ihr aus mei-ner Erzählung gehört habt; lernt sie drum, und sie kön-nen Euch noch nützen.