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2 (1843)
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Siebenter Tag. Erste Geschichte.

Erste Geschichte.

Gianni Lotteringhi hört des Nachts an seine Thür klopfen, wecktseine Frau und läßt sich von dieser weiß machen, es sei ein Ge-spenst: Beide machen sich daran, dies mit einem Gebet zu beschwö-ren und das Klopfen hört auf.

Es wäre mir, mein Gebieter, allerdings lieb gewesen,wenn es Euch beliebt hätte, daß eine Andere als ich, miteinem so schönen Stoff, wie der ist, von dem wir heutereden sollen, den Anfang gemacht hätte; doch da es Euchgefällt, daß ich meinen Genossinnen Muth einflößen soll,so will ich es gern thun. Und zugleich will ich mir dennMühe geben. Euch, Ihr werthen Mädchen, etwas zu er-zählen, das Euch für die Folge nützlich sein könnte; denn(wenn alle so furchtsam sind wie ich, und besonders vor Ge-spenstern, von denen ich, Gott weiß, nicht verstehe, wassie sind, wie ich denn auch noch Niemand getroffen habe,der es versteht, obgleich wir uns alle vor ihnen fürchten)um solche zu verscheuchen, wenn sie Euch einmal erschei-nen, könnt Ihr, wenn Ihr meine Geschichte wohl merkt,eine gar heilige und treffliche Beschwörungsformel lernen,die zu diesem Zweck fürwahr äußerst wirksam ist.

Es lebte also einst in Florenz in der Straße des hei-ligen Pancratius ein Wollkrämpler, welcher Gianni Lot-teringhi hieß, ein Mann, viel erfahrener in seiner Kunst,als gescheut in anderen Dingen. Denn er schlug etwasin die Gattung fcommgläubiger Pinsel über, war häufigAnführer der singenden Brüder von Santa Maria No-vell» und hatte die Aufsicht über ihren Betsaal und an-