Schluß.
245
die uns heimsucht, die richterlichen Beamten ihre Gerichts-stätten verlassen haben; daß die göttlichen sowohl als diemenschlichen Gesetze schweigen, und Jedem die Bcfugniß,sein Leben selbst zu schützen, im weitesten Umfange gewährtist. Wenn also Eure Sittsamkeit jetzt in den Gesprä-chen ein wenig von ihrer Strenge nachläßt, kcineswegesum darauf hin, in Handlungen die kleinste Unziemlich-keit zu gestatten, sondern allein, um sowohl Euch selber,als Anderen Unterhaltung zu gewähren, so sehe ich nichtein, mit welchem irgend zuzugestehenden Grunde Euchdeshalb in Zukunft Jemand tadeln könnte. Ueberdies hatdiese Eure Gesellschaft vom ersten Tage bis zur gegenwär-tigen Stunde die strengste Ehrbarkeit bewahrt, und sich,was immer auch der Inhalt der Erzählungen gewesen seinmöge, nicht durch die kleinste Unziemlichkeit befleckt, wiesie dies auch in Zukunft mit Gottes Hülfe nicht thunwird. Und Wem wäre denn Eure Sittsamkeit nicht zurGenüge bekannt, welche weder die heiteren Gespräche, noch,wie ich überzeugt bin, die Schrecken des Todes auf Ab-wege zu leiten vermöchten? Die Wahrheit zu sagen, glaubeich vielmehr umgekehrt, daß, wolltet Ihr Euch weigern,an solchen Scherzreden gelegentlich Theil zu nehmen, einBöswilliger eher den Verdacht äußern könnte, daß IhrEuch in solchen Dingen schuldig fühltet, und um deswil-len, davon zu reden Euch scheutet. Endlich würde es mirzu schlechter Ehre gereichen, wenn, nachdem ich jedem mei-ner Vorgänger gehorsam gewesen bin, Ihr mich zwar zum Kö-nige machen, und mir dadurch die Beftigniß, Euch Gesetze zugeben ertheilen, dann aber dennoch Euch weigern wolltet,so zu erzählen, wie ich es verordnet habe. Lasset alsojene Besorgniß fahren, die schuldbewußten Gemüthern bessergeziemt, als den Euren, und sorget vielmehr eine Jede, ,wenn das Glück gut ist, uns eine recht schöne Geschichtezu erzählen."
Als die Damen Dieses vernommen, sagten sie, somöge es denn bleiben, wie ihm beliebte. Der König aber