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2 (1843)
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Sechster Tag.

Reihenfolge, was er, so lange dies Regiment dauern werde,zu thun habe; denn aber sagte er:Schon in verschiede-nen Weisen, Ihr verehrten Damen, ist von dem mensch-lichen Scharfsinn und von den mannigfachen Geschicken Dgesprochen worden, so daß ich fürchten muß, wäre nichtFrau Lpcisca vor Kurzem hiehergckommen, und hätte siemir nicht durch ihr Gerede einen für die morgenden Er-zählungen zu bestimmenden Gegenstand an die Hand ge-geben, so würde ich lange Zeit gebraucht haben, um einesolche Aufgabe zu finden. Wie Ihr vernommen, behaup-tete sie, daß keine ihrer Bekanntinnen als Jungfrau zuihrem Manne gekommen sei, und ferner fügte sie hinzu,daß sie wohl wisse, wie zahlreich und wie arg die Streicheseien, die auch die Eheweiber ihren Männern spielen. Wennwir nun auch die erste Hälfte dieser Behauptung auf sichberuhen lassen, denn das sind nur Kindereien, so halteich doch dafür, daß über die zweite ergötzlich zu sprechensei. Aus diesem Grunde ist denn mein Wille, daß, weilFrau Lycisca uns einmal darauf gebracht hat, morgenvon den Streichen erzählt werde, welche, sei es ausLiebe, oder um sich aus einer Verlegenheit zuziehn, die Frauen ihren Männern gespielt ha-ben, mögen nun diese es gewahr geworden sein,oder nicht.

Einige von den Damen meinten, es passe sich schlechtfür sie, solch einen Gegenstand in ihren Erzählungen zubesprechen, und baten daher den König, daß er die bereitsgestellte Aufgabe wieder abändere. Er aber antwortete ih-nen:Damen, wie meine Aufgabe beschaffen sei, weiß ichnicht minder als Ihr, und die Gründe, die Ihr gegensie anführt, können mich nicht bewegen, davon wieder ab-zugehn; denn ich bin der Ueberzeugung, daß unter denjetzigen Zeitumständen den Männern wie den Frauen, wennsie nur Acht haben, in ihren Handlungen sich ehrbarzu erweisen, gestattet ist, zu reden, was ihnen beliebt.Wisset Ihr etwa nicht, daß in Folge der bösen Geißel,