Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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Sechster Tag.

«erstattete Jedwedem, bis zur Stunde des Abendessens sei-nem Vergnügen nach Gutdünken nachzugehn. Da indesdie Erzählungen des heutigen Tages besonders kurz gewe-sen, stand die Sonne noch hoch am Himmel; als daherDioneus mit den zwei andern jungen Männern sich zumBrettspiel niedergesetzt hatten, rief Elisa die übrigen Da-men bei Seite und sagte zu ihnen:Schon so lange, alswir hier sind, habe ich gewünscht, Euch nach einem, garnicht weit von hier entlegenen, Platze zu führen, an dem,so viel ich vermuthe, noch Keine von Euch jemals gewesenist, und der das Frauenthal heißt. Bis jetzt konnte ichnoch keine geeignete Zeit dazu finden; heute aber steht dieSonne noch hoch. Beliebt es Euch also, mit mir zukommen, so zweifle ich nicht, daß, wenn Ihr erst dortgewesen seid, es Euch keinesweges gereuen wird." DieDamen erwiederten, sie seien bereit, und so machten siesich, ohne den Männern das Geringste zu sagen, nur voneiner Dienerin, die sie hcrbeigerufen, begleitet, auf denWeg.

Nach einem Wege von wenig mehr als einer Migliegelangten sie zu dem Frauenthal, zu welchem ein ziemlichenger Fußpfad, auf dessen einer Seite ein krystallhellec'Bach ihnen entgegenrieselte, den Eintritt gewährte. Eserschien ihnen dies Thal an sich schon, und besonders zujener Tageszeit, wo die Hitze noch sehr groß war, so er-götzlich und schön, als man zu erdenken nur immer ver-mag. Wie Eine jener Damen später mir berichtet hat,war die Ebene, die den Boden des Thales ausmachte, sorund, als wäre sie mit dem Cirkel abgemessen, obwol manleicht erkannte, daß sie ein Kunstwerk der Natur, nichtaber menschlicher Hände sei; der Umkreis jener Ebene aberwar von wenig mehr als einer halben Miglie, und ringsumher erhoben sich sechs Hügel von mäßiger Höhe, .aufdem Gipfel eines jeden von welchem ein Landhaus zu sehnwar, dessen Gestalt der einer schönen Burg fast zu ver-gleichen war. Die Abhänge dieser Hügel stiegen in solchen