240 Sechster Tag. Zehnte Geschichte.
dien kam, wo, wie ich Euch bei dem Gewände zuschwöre,das ich trage, ich das Federvieh in der Luft fliegen sah,was allerdings für Jeden, der es nicht selbst gesehn hat,kaum glaublich ist. Daß ich Euch indeß darin keine UmWahrheit sage, das kann mir Maso del Saggio bezeugen,der ein großer Kaufmann ist, und den ich dort antraf,wie er Nüsse knackte und die Schalen nach der Elle ver-kaufte."
„Da ich indeß nicht finden konnte, was ich eigentlichsuchte, indem man von dort aus zu Wasser weiter reisenmuß, so kehrte ich wieder um und kam in jenes heiligeLand, wo das alte Brot in einem Sommerjahre vier Hel-ler gilt, das frische aber umsonst gegeben wird. Hier fandich den ehrwürdigen Vater Messer Thumirnichts Wenns-beliebtius, den verdienstvollen Patriarchen von Jerusalem.Dieser wollte, aus Ehrerbietung für das Gewand deshochadlichen Heiligen Messer Antonius, das ich von jehergetragen, mich alle die heiligen Reliquien sehen lassen, dieer bei sich führte. Deren war nun so viel, daß, wennich sie Euch alle herzählen wollte, ich auf mehre Meilenweit nicht fertig würde. Um Euch indeß durch meinSchweigen nicht zu sehr zu betrüben, will ich Euch we-nigstens von einigen berichten. Zuvörderst zeigte er mirden Finger des heiligen Geistes, der noch so frisch undunverwest war, als je zuvor. Sodann die Locken des Se-raph's, der dem heiligen Franciscus erschien, den Finger-nagel eines Cherub's, und eine der Rippen des HeiligenLoo est poious. Ferner einige Kleidungsstücke des Hei-ligen Katholischenglaubens, ein Paar Strahlen des Sternes,der den drei Weisen im Morgenland erschien, ein Fläsch-chen von dem Schweiß, den der Heilige Michael vergossen,als er mit dem dem Teufel kämpfte, eine Kinnbacke desTodes, an dem der Heilige Lazarus gestorben ist, undnoch viel andere."
„Weil ich mich nun gefällig gegen ihn bewies undihm einen der Abhänge des Monte Morello in italienischer