Bruder Cipolla u. d. Kohlen d. h. Laurentius. 231
ihnen. Messer Netto aber wandte sich zu ihnen und sagte:„Ihr seid es, die nicht recht bei sich sind, wenn Ihr ihnnicht verstanden habt; denn in wenig Worten, und ohneden Anstand zu verletzen, hat er uns die größte Grobheitvon der Welt gesagt. Diese Grabmaler sind ja, wennIhr wohl aufmerken wollt, die Hauser der Tobten; dennin sie legt man die Tobten, und in ihnen weilen sie.Diese nun nennt er unsere Wohnung, um anzudeuten,daß wir und alle anderen ungelehrten und kenntnißlosenLeute im Vergleich mit ihm und den übrigen in denWissenschaften erfahrenen Männern, für schlimmer alsTobte zu achten sind. Darum sagte er, wenn wir unshier befänden, seien wir zu Hause."
Nun erst verstand ein Jeder, was Guido hatte sagenwollen, und beschämt dadurch, sielen sie ihm nie wiederzur Last; den Messer Netto aber hielten sie in Zukunftfür einen einsichtigen und klugen Edelmann."
Zehnte Geschichte.
Bruder Eipolla verspricht den Bewohnern einer Landstadt, ihnen-ine Feder des Engel Gabriel zu zeigen; da er aber an derenStelle Kohlen findet, sagt er, sie seien von denen, mit welchender heilige Laurentius geröstet ward.
Äls ein Jeder von der Gesellschaft sich seiner Geschichteentledigt hatte, erachtete Dioneus, daß cs nun an ihmsei, zu erzählen. Ohne daher eine feierliche Aufforderunglange zu erwarten, gebot er Denen Stillschweigen, welchedie tiefsinnige Antwort des Guido noch zu loben fortfuh-ren, und begann mit folgenden Worten: „Obgleich, Jkrreizenden Damen, mir das Vorrecht gewährt ist, wovon