Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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222
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222 Sechster Lag. Siebente Geschichte.

und versicherten mit einem Munde, Scalza habe Recht,die Mahlzeit gebühre ihm, und die Baronci seien unbe-zweifelt das adlichste und älteste Geschlecht, das man nichtnur in Florenz, sondern in der ganzen Welt, oder in derMaremma finden könne.

Mit gutem Grunde sagte also Pamphilus vorhin, alsec die Mißgestaltung von Messer Forese's Gesicht bezeich-nen wollte, daß er selbst im Vergleich mit einem derBa-ronci noch für häßlich gegolten haben würde."

Siebente Geschichte.

Madonna Filippa wird vor Gericht gefordert, weil ihr Alan» sicmit ihrem Geliebten betroffen; durch ihre geschickte und scherzhafteAntwort kommt sie aber frei und veranlaßt eine Abänderung desStadtrechtes.

^iammetta schwieg bereits und noch lachte ein Jeder überden wunderlichen Grund, durch welchen Scalza den Adelder Baronci über alle anderen erhoben hatte, als die Kö-nigin dem Philostratus zu erzählen gebot. Dieser aber be-gann also zu reden:Gut reden zu können, Ihr ehren-werthen Damen, ist bei jeder Gelegenheit ein schönesDing; am schönsten aber dünkt mich diese Redegabe, wennsie sich da bewährt, wo die Nothwendigkeit sie bringenderfordert. Dieses Geschick besaß eine Edelfrau, von derich Euch zu erzählen denke, in solchem Maße, daß sienicht nur in ihren Zuhörern Lachen und Heiterkeit erweckte,sondern, wie Ihr vernehmen werdet, sich selber von denSchlingen eines schimpflichen Todes erlöste.

In der Stadt Prato bestand einst das in Wahrheiteben so grausame als tadelnswerthe Gesetz, daß eine Ehe-