220 Sechster Tag. Sechste Geschichte.
nannte die eine Familie und Jener eine andere, ein Jedernach seinem Verständnis
Wahrend Scalza ihnen zuhörte, Hub er zu lächelnan und sagte: „Geht doch, geht, Ihr Tröpfe, die Ihrseid; Ihr wißt Alle nicht, was Ihr redet. Das edelsteGeschlecht und das älteste, nicht nur in Florenz, sondernin der ganzen Welt und auch noch in der Maremma sinddie Baronci, und darüber sind die Physiolophen und je-der Andere, der sie kennt, so wie ich sie kenne, schonlange einig. Damit Ihr aber nicht etwa denkt, ich redevon Jemand anders, so sage ich Euch, daß ich die Ba-ronci von Santa Maria maggiore meine, die Eure Nach-barn sind." Die jungen Leute hatten wirklich geglaubt,daß er etwas Anderes sagen wollte; bei diesen letzten Wor-ten aber lachten sie ihm alle ins Gesicht und sprachen:„Du willst uns zum Narren haben; als ob wir die Ba-ronci nicht so gut kennten, wie Du." „Nein," sagteScalza, „bei den heiligen Affenkehlien, das will ich nicht.Ich sage die Wahrheit, und wenn Einer unter Euch Lusthat, und will eine Mahlzeit wetten für sechs Mann, die,wer gewinnt, sich aussuchen kann nach Belieben, so setzeich gern dagegen. Und noch mehr will ich thun: ich willmich dem Ausspruch von Jedwedem unterwerfen, den Ihrhaben wollt." Da sagte Einer von den Anderen, derNeri Mannini hieß: „Nun, ich bin's zufrieden, die Mahl-zu gewinnen." Hierauf einigten sich Beide, daß Piero diFiorentino, in dessen Hause sie sich eben befanden, Schieds-richter sein solle, und gingen sofort zu ihm hin; die An-deren aber folgten ihnen Alle, um zu sehen, wie Scalzadie Wette verlieren würde und ihn dann zum Besten zuhaben.
Nachdem sie dem Piero ihre Wette erzählt hatten, hörtedieser, der ein verständiger junger Mann war, zuerst, wasNeri vorzubringen hatte, und wandte sich sodann mit denWorten zum Scalza: „Nun, wie willst Du jetzt beweisen,was Du behauptest?" Scalza antwortete: „Wie? Mit