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2 (1843)
Entstehung
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Sechster Tag. Fünfte Geschichte.

traf er auf den schon gedachten Giotto, der gleichfallsseine Güter besichtigt hatte und nun nach Florenz heim-kehrte. Giotto aber war in keinem Stücke besser berit-ten oder bekleidet als Jener, und so setzten sie denn,wie cs zwei bejahrten Leuten geziemt, langsamen Schrit-tes miteinander ihre Reise fort. Da geschah es, wie wirdies im Sommer oftmals geschehen sehn, daß ein plötzlicherRegen sie überfiel, sodaß sie, so schnell sie vermochten,sich in das Haus eines Landmannes flüchteten, der mitjedem von ihnen bekannt und befreundet war. Inzwi-schen gewahrte der Regen keine Hoffnung, Nachlassen zubegehren, und da Beide noch denselben Tag nach Florenzwollten, liehen sie sich von dem Bauer zwei alte Män-tel, wie man sie in der Romagna trägt, und da keinebessern zu haben waren, auch noch zwei Hüte, die vorAlter ganz abgetragen waren, und mit diesen machtensie sich auf den Weg.

Nachdem sie eine Weile geritten waren, hatte derRegen sie völlig durchnäßt, auch waren durch das Spritzen,das bei nassem Wetter die Pferde durch ihre Fuß-tritte verführen, ihre Anzüge ganz beschmuzt, und so-wol dieses, als jenes trug nicht dazu bei, ihren Auf-zug anständiger erscheinen zu lassen. Inzwischen aberhatte das Wetter sich ein wenig aufgehellt, und so be-gannen sie, nachdem sie lange Zeit schweigsam nebeneinan-der hergeritten waren, miteinander Gespräche zu pflegen.

Als nun Messer Forest des Weges ritt und demGiotto zuhörte, der trefflich zu reden wußte, betrachteteer ihn seitwärts von Haupt zu Füßen und um und um,und wie ec ihn in allen Stücken so unscheinbar undübelaussthend fand, begann er, ohne zu bedenken, welche Figurer selber machte, zu lachen und sagte:Giotto, wennjetzt ein Fremder, der Dich nie gesehen hätte, uns hierentgegen käme, kannst Du Dir wol denken, daß derDich für den ersten Maler der Welt, wie Du es dochbist, erkennen würde?" Sofort antwortete Giotto:Messer,