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2 (1843)
Entstehung
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Giotto und Foresc.

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es für eine Schmach gehalten haben würde, mit ihm zutauschen; dennoch aber war er von so tiefer Einsicht in recht-lichen Dingen, daß er von vielen kundigen Männern eineFundgrube des bürgerlichen Rechtes genannt ward. DerName des Anderen war Giotto, und mit so vorzüglichenAnlagen war er begabt, daß die Natur, welche die Mut-ter aller Dinge ist, und deren fortwährendes Gedeihendurch das unablässige Kreisen der Himmel vermittelt,nichts hervorbringt, das er nicht mit Griffel, Feder oderPinsel dem Urbilde so ähnlich darzustcllen gewußt hätte,daß es nicht als ein Abbild, sondern als die Sache selbsterschienen wäre; weshalb denn der Gesichtssinn der Men-schen nicht selten irre geleitet ward und für wahr hielt,was nur gemalt war. Mit Recht kann man ihn alseinen der ersten Sterne des florcntiner Ruhmes bezeich-nen; denn Er ist es gewesen, welcher die Kunst, dieJahrhunderte lang unter den Jrrthümern Derer wie be-graben lag, die durch ihr Malen mehr die Augen derUnwissenden zu kitzeln, als der Einsicht der Verständigenzu genügen, bestrebt waren, zu neuem Lichte wieder erho-ben hat; und um so mehr kann man es, mit je größe-rer Bescheidenheit er jenen Ruhm sich erwarb, indem er,obwol ein Meister aller Derer, die in dieser Beschäftigunglebten, dennoch standhaft, Meister genannt zu werden, ab-lehnte. Mit um so hellerem Glanze schmückte ihn aberdiese Bezeichnung, mit je größerer Gier Diejenigen siesich anmaßten, die viel weniger von der Kunst verstanden,als er, oder seine Schüler. So groß nun aber auchseine Kunst war, so war er dennoch der Gestalt und denGesichtszügen nach um nichts schöner, als Messer Foresc.Um jedoch auf meine Geschichte zu kommen, sage ich:Messer Forese sowol als Giotto hatte seine Besitzun-gen im Mugello. Nun war Jener um die Zeit, da dieGerichte des Sommers Ferien haben, dorthin gereist, umdie seinigen in Augenschein zu nehmen, und als er zu-fällig auf einem unscheinbaren Rößlein heimwärts ritt,Dekameron. II. 10