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2 (1843)
Entstehung
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211
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Ronna de' Pulci u> d. Bischof v. Florenz. 211

einem Hunde gebissen war, obwol ihn Tadel getroffenhaben würde, wenn er ohne solchen Anlaß in gleicherWeise geredet hätte. Darum soll man wohl Acht haben,wie, wann und mit Wem, nicht minder aber auch, woman sich auf Scherzreden einläßt. Diese Rücksichtenbeachtete einst ein Prälat unserer Stadt so wenig, daßer keinen geringeren Stich empfing, als er austheilte, wieich Euch dies in einer kleinen Geschichte erzählen will.

Um die Zeit, als Messer Antonio d'Orso, ein weiserund ehrenwerther Kirchenfürst, Bischof von Florenz war,kam ein catalonischer Edelmann, -Messer Diego dellaRatta genannt, als Marschall des Königs Robert nachFlorenz. Schön von Gestalt, wie er war, und dabeiein arger Weiberjäger, fand er, unter andern florcntinerFrauen, besonders an einer Behagen, die ein schönesWeib und die Enkelin des Bruders jenes Bischofs war.W er nun vernahm, daß ihr Mann, obwol aus gutemHause, von schmuzigem Geize und niedriger Gesinnungsei, einigte er sich mit ihm, daß er ihm fünfhundertGoldgüldcn geben, dieser ihn aber dafür eine Nacht beiseiner Frau schlafen lassen solle. Obwol cs nun widerden Willen der Frau geschah, so schlief er doch bei ihr;dann aber gab er dem Manne fünfhundert Silbergroschen,wie sie damals in Umlauf waren, die er inzwischen hattevergolden lassen. In Kurzem kam dies zu Aller Kunde,und jener elende Wicht hatte Schaden und Spott zu-gleich zu tragen; der Bischof aber, als ein verständigerMann, stellte sich, als ob er nichts von der Geschichtewisse.

Inzwischen verkehrten der Bischof und der Marschallviel miteinander, und so geschah es, daß an einem Jo-hannistage, als Beide auf der Straße, wo das Wett-rennen gehalten wird, nebeneinander herritten und dieDamen beschauten, der Bischof eine junge Frau gewahrward, welche die gegenwärtige Pest erst vor Kurzem unsgeraubt. Ihr Name war Monna Nonna de' Pulci,