210 Sechster Tag. Dritte Geschichte.
zu sein gedenke, habe ich ihn Euch alle hergeschickt; nunthut damit hinfüro, wie es Euch beliebt."
Messer Geri hielt das Geschenk des Cisti äußerst werth;er dankte ihm so angelegentlich, als es solcher Gabe ge-ziemte, und achtete ihn von da an stets als Ehrenmannund Freund."
Dritte Geschichte.
Monna Nonna de' Pulci gebietet durch eine treffende Antwortden unziemlichen Reden des Bischofs von Florenz Stillschweigen.
Äls Pampinea ihre Geschichte beendet hatte, und sowoldie Antwort, als die Freigebigkeit des Cisti von Allenhöchlichst gelobt worden waren, beliebte cs der Königin,daß Lauretta in der Reihenfolge des Erzählens fortfahre;diese aber begann freudigen Muches also zu reden: „Ihrholdseligen Mädchen, sowie früher Philomela, so hat jetzteben Pampinea sehr wahr gesprochen, wenn sie Beideunfern Mangel an Fähigkeit und das Verdienst glücklicherEinfälle hervorhoben. Wenn deshalb hierauf zurückzukeh-ren, nicht mehr nöthig erscheint, so will ich zu Dem, wasüber die Witzworte bereits gesagt ist, nur noch das EineEuch in Erinnerung bringen, daß sie für den Hörer zwarbeißend sein müssen; aber nur in der Art, wie ein Lamm,nicht wie ein Hund beißt; denn bissen sie gleich einemHunde, so wären sie nicht mehr ein Witzwort, sondern eineGrobheit. Diesem Erforderniß genügten vollkommen sowoldie Worte der Madonna Orctta, als die Entgegnung desCisti. Wird indessen ein solcher Einfall als Antwort ge-sagt, so scheint der Antwortende, der gleich einem Hundebeißt, alsdann nicht zu tadlen, wenn er zuvor, wie von