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2 (1843)
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208
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208 Sechster Tag. Zweite Geschichte.

ihn nicht versuchen wollt." Sei es nun, daß die Be-schaffenheit des Wetters in Messer Gen Durst erweckthatte, oder daß eine mehr als gewöhnliche Anstrengung,oder auch das behagliche Trinken, das er den Cisti ver-führen sah, die Ursache sein mochte, genug, er sagte, zuden Botschaftern gewandt, mit Lächeln:Ihr Herren, eswird gut sein, daß wir den Wein dieses wackern Mannesversuchen; vielleicht finden wir ihn von solcher Beschaffen-heit, daß wir es nicht zu bereuen haben." Und somitgingen sie gemeinsam zum Cisti. Dieser aber ließ ausder Backstube eine saubere Bank herbeibringen und ludsie zum Sitzen. Zu ihren Dienern indeß, die sich schondarüber her machen wollten, die Becher zu waschen, sagteer:Cameraden, bleibt mir davon weg und überlaßtmir es, diesen Dienst zu besorgen. Ich verstehe michebenso gut darauf, Wein in die Becher zu schenken, alsBrot in den Ofen zu schieben; Euch aber hat NiemandHoffnung gemacht, einen Tropfen zu kosten." Wahrender so sprach, schwenkte er selbst vier schöne und neue Becheraus, ließ ein kleines Krüglein seines guten Weines bringenund schenkte Herrn Geri und seinen Gefährten fleißig znTrinken ein.

Alle erkannten den Wein für den besten, den sie seitlanger Zeit getrunken hatten, und lobten ihn aus alle»Tönen; weshalb denn auch Messer Geri, so lange dieGesandten verweilten, fast jeden Morgen dorthin zumTrinken ging. Als aber diese ihre Geschäfte beendet hat-ten und wieder abreisen sollten, richtete Messer Geri nochein glänzendes Festmahl her, zu dem er viele der ange-sehensten Bürger zu kommen bat. Auch den Cisti hatteer laden lassen; doch wollte dieser auf keine Weise derEinladung folgen. Da hieß Messer Geri einen seinerDiener, um eine Flasche jenes Weines (sodaß auf jedenGast ein halbes Glas voll käme, das beim ersten Gerichtegereicht werden sollte) zum Cisti gehen. Der Diener, denes vielleicht verdrießen mochte, daß er noch nie von dem