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Fünfter Lag. Zehnte Geschichte.
hatte, sondern sie fortwährend heftig quetschte, ging Pietromit dem Rufe: „Wer ist da?" aus dem Zimmer gradeauf den Hühnerkorb los. Wie er diesen cmporhob, saher den jungen Burschen, der jetzt noch außer dem Schmerzseiner Finger, welche der Esel ihm gequetscht hatte, vorFurcht zitterte, daß Pietro ihm ein Leides anthun möchte.Pietro hatte ihn indeß als einen von Denen erkannt,welchen er vermöge seiner ruchlosen Neigungen lange Zeitnachgegangen war, und so fragte er blos: „Was machstDu hier?" worauf der junge Mensch nichts antwortete,sondern nur um Gottes willen bat, daß er ihm nichtsthun möge.
Pietro erwiderte: „Steh auf und fürchte nicht, daßich Dir irgend etwas zu Leide thue; sage mir aber, wieund zu welchem Ende bist Du hierher gekommen?" Derjunge Mensch sagte ihm Alles; Pietro war aber so freu-dig, ihn angetroffen zu haben, als die Frau betrübt. Soführte er ihn denn bei der Hand in das Zimmer, inwelchem die Frau ihn mit der größten Angst von derWelt erwartete; dann setzte ec sich ihr gegenüber undsagte: „Erst eben verwünschtest Du die Frau des Erco-lano und meintest, man müsse sie, als eine Schande fürEuch Alle, verbrennen. Warum sagtest Du denn nichtdas Gleiche von Dir selber? Oder, wenn Du dazu nichtgeneigt warst, wie konntest Du Dich erfrechen, auf siezu schelten, wenn Du Dir bewußt wärest, das Gleicht,wie sie, gethan zu haben? Wahrlich, nichts Andres be-wog Dich dazu, als daß ihr Eine so schlecht seid, wiedie Andre, und daß Jede ihren Fehler mit fremder Schuldzu verdecken strebt. So möchte doch Feuer vom Himmelfallen, um Euch Alle zu verzehren, Ihr ruchlose Brut,die Ihr seid."
Als das Weibchen gewahr ward, daß der Mann ihrauf den ersten Anlauf weiter nichts zu Leide gethan halte,als daß er schimpfte, und zu bemerken glaubte, daß ersich vor Kitzel, einen so hübschen Burschen bei der Hand