Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
191
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Der Geliebte von Mann und Frau. 191

So sagte er denn in größter Heftigkeit:Was will dasheißen? Wer ist das, der hier so niest?" und damitsprang er vom Tische auf und ging auf eine Treppe zu,die dort in der Nähe war. Unter dem ersten Absatz die-ser Treppe war ein Bretterverschlag, um dort vorkommen-den Falls etwas aus der Hand zu legen, wie man der-gleichen zur Bequemlichkeit der Bewohner alle Tage inden Hausern Herrichten sieht. Zn diesem Bretterverschlägenun war ein Thürchen, und kaum hatte Ercolano, derdas Niesen in dieser Richtung vernommen zu habenglaubte, dieselbe aufgerissen, als auch der unleidlichsteSchwefelqualm daraus hervordrang. Schon früher hattenwir diesen Schwefelgeruch empfunden und uns darüberbeschwert, worauf die Frau uns gesagt hatte, sie habeihre Schleier vorhin mit Schwefel gebleicht, und die Koh-lenpfanne, auf die sie ihn zum Rauchern gestreut habe,, unter jene Treppe gestellt, sodaß der Geruch sich nochvon dorther verbreite. Als Ercolano nun das Thürcheni geöffnet, und nachdem der Qualm sich ein wenig verzo-gen hatte, hineinkukle, sah er Denjenigen, der geniesthatte, und, weil der Schwefeldampf ihn in die Nase biß,noch immerfort nieste. Noch nieste er zwar; doch hatteihm der Schwefel die Luftröhre schon so zusammengezogen,daß es, nur ein paar Augenblicke spater, mit dem Nie-sen und mit allem Andern auf immer für ihn vorbei ge-wesen wäre. Als Ercolano ihn gewar ward, rief er:Weib, nun sehe ich wol, warum Du eben zuvor, alswir kamen, uns so lange, ohne aufzuthun, vor der Thürhast stehn lassen; aber ich will doch nie wieder froh wer-. den, wenn ich Dich nicht gründlich dafür bezahle." Beidiesen Worten entfloh die Frau, die ihr Vergehen ent-deckt sah, ohne zu ihrer Entschuldigung ein Wort zu sa-gen, von der Mahlzeit, und was aus ihr geworden ist,weiß ich nicht. Ercolano aber, der die Flucht seiner Fraugar nicht bemerkt hatte, hieß dem Niesenden wiederholtherauskommen; Der aber war in solchem Zustande, daß