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2 (1843)
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Fünfter Lag. Zehnte Geschichte.

jungen Frau ein neues Gelüste ankam. Diese aber ließ,wiewol sie sich fortwährend vor ihrem Manne fürchtete,keine Gelegenheit, die sich in solcher Beziehung ihr dar-bot, ungenutzt.

So geschah es denn, daß eines Tages das Weibchen,als ihr Mann bei einem seiner Freunde, mit NamenErcolano, zu Abend essen sollte, der Alten austrug, einenjungen Burschen zu ihr zu bestellen, der zu den schönstenund muntersten von Perugia gehörte. Diese that alsbald,wie ihr geheißen war. Kaum aber hatten das Weibchenund der junge Bursche sich zu Tische gesetzt, um das Abend-brot zu verzehren, als Pietro an der Hausthüre rief, daßihm aufgemacht werde. Das Weibchen hielt sich für ver-loren, als sie seine Stimme erkannte; doch wollte sie, wennimmer möglich, gern ihren Buhlen verbergxn.'^Jntzßhatte sie nicht Besinnung genug, ihn fortzuschaffen, oderbester zu verstecken; so hieß sie ihn also,' sich auf demHausflur, der an das Zimmer, in dem ste speisten, an-stieß, unter einen Hühnerkorb ducken. Dann warf siedie Leinwand von einer Matratze, die sie an demselbenTage hatte ausleeren lasten, darüber, und als' auch diesgeschehn war, ließ sie dem Manne eiligst die Thüre auf-machen.

Nun," sagte sie, als er in das Haus getreten war,Ihr habt ja das Abendessen gewaltig schnell herunterge-schluckt."Wir haben es gar nicht einmal gekostet," ant-wortete Pietro.Wie ist denn das zugegangen?" sagtedie Frau. Darauf erwiederte Pietro:Das will ich Dirsagen: Ercolano, seine Frau und ich, wir saßen schon beiTische, da hören wir plötzlich ganz in unserer Nähe nie-sen. Das erste und das zweite Mal kümmerten wir unsnicht darum; als aber jener Unsichtbare ein drittes, einviertes und noch viele andre Male zu niesen fortfuhr,wunderten wir uns Alle. Ercolano war ohnedem aufseine Frau nicht gut zu sprechen, weil sie uns, ohne auf-zuthun, eine lange Weile vor der Thür hatte stehen lasten.