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2 (1843)
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175
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Die gespenstische Mädchenjagd.

die sie stets gegen jenen geübt hatte, fühlte sie wol, daß,was sie mit Auge und Ohr deutlich wahrgenommen, kei-nen der Anwesenden naher angehe, als eben sie, und eswar ihr nicht anders, als jage jener sie schon ergrimmt durchden Wald, und die Rüden packten sie in die Weichen.Und so groß war die Furcht vor diesem Schicksal, welchesich ihrer bemächtigt hatte, daß sie in schnellem Wechselvon Haß zu Liebe die Zeit nicht erwarten konnte (undnoch am selben Abend bot sich Gelegenheit), eine vertrauteDienerin insgehejm an Nastagio zu senden und ihn umseinen Besuch bitten zu lassen, da sie Alles, was ihmgefallen werde, zu thun bereit sei. Darauf ließ ihr Na-stagio ecwiedern, diese Botschaft sei ihm hochwillkommen;er gedenke aber, wenn cs ihr gefalle, nur in Ehren andas Ziel seiner Wünsche zu gelangen, indem er sich ehelichmit ihr vermahle.

Die junge Dame wußte wol, wie es nur an ihr ge-legen, daß sie nicht schon Nastagio's Frau geworden, undso antwortete sie denn, sie sei dessen wohlzufrieden. Dannmeldete sie, als ihre eigne Botin, ihrem Vater und ihrerMutter, daß sie jetzt den Nastagio zu heirathen bereit sei.Beide waren darüber hocherfreut, und schon am nächstenSonntag wurde das junge Paar feierlich verlobt. Dannhielten sie Hochzeit und lebten miteinander noch langeJahre glücklich. Es hatte aber jenes Ereigniß nicht nurdiese eine glückliche Folge, sondern alle Ravennatinnenwurden dadurch so eingeschüchtert, daß sie gegen die Wünscheder Männer seitdem um Vieles fügsamer geworden sind,als zuvor."