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Die gespenstische Mädchenjagd.
Nastagio wurde bei diesem Anblick zugleich von Stau-nen und Abscheu ergriffen; dann aber erregte das Mitlei-den mit dem unglücklichen Weibe den Wunsch in ihm, 'wenn er es irgend vermöchte, ihre Qualen zu endigen undsie dem Tode zu entreißen. So griff er denn in Erman-gelung der Waffen zu einem Baumast, mit dem er, statteines Stockes, den Hunden und dem Ritter entgegen ging.Der Ritter aber rief ihm, sobald er dies gewahr ward,von weitem zu: „Laß ab, Nastagio, und überlasse mirund meinen Hunden, daß wir vollbringen, was dies ruch-lose Weib verdient hat." Und als er so gesprochen, pack-ten die Hunde das Mädchen aus aller Kraft in die Wei-chen und hielten sie fest; wahrend aber der Ritter hinzukam und vom Pferde sprang, trat auch Nastagio heran, ^und sagte: „Wenn ich gleich nicht weiß, wer Du bist,der Du mich so wohl zu kennen scheinst, so kann ichDir doch soviel sagen, daß es eine höchst schmähliche Thatist, wenn ein gewaffnetec Ritter ein nackendes Weib er-morden will und sie von den Hunden packen läßt, alswäre sie ein wildes Thier; darum werde ich sie denn ver-lheidigen, so lang' ich irgend kann."
Darauf erwiederte der Ritter: „Nastagio, ich stammtemit Dir aus einer Stadt, und Du warst noch ein klei-nes Kind, als ich, den man Messer Guido degli Anastaginannte, in dies Mädchen hier wahrlich noch viel verliebterwar, als Du jetzt in die Traversari bist. Ihr Hochmuts,aber und ihre Härte stürzten mich in solches Unglück, daßich endlich mit dem Degen, den Du hier in meiner Handsiehst, mich als ein Verzweifelter entleibte, und deshalbzu den ewigen Qualen verdammt bin. Nicht lange Zeitverging darauf, so starb auch sie, die sich unmäßig übermeinen Tod gefreut hatte, und ward und ist wegen derSünde ihrer Hartherzigkeit und der Lust an meinen Mar-tern, welche sie, im Wahne, nichts Ungerechtes, sondernVerdienstliches gethan zu haben, nie bereute, gleichfallszu den Strafen der Hölle verurtheilt. Als sie nun dort-
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