Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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168
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Fünfter Tag. Achte Geschichte.

Achte Geschichte.

Nastagio degli Onesti bewirbt sich um die Liebe einer Dame ausdem Hause Traversari, und bringt, ohne Gegenliebe zu finden,dabei sein ganzes Vermögen durch. Lus die Bitten der Seinigengeht er eines Tages nach Ehiassi und sieht daselbst, wie ein jun-ges Mädchen ro» einem Ritter gejagt, getödtet und dann vonzweien Hunden gefressen wird. Darauf ladet er seine Familie so-wol als die der Dame zu einem Mittagsessen dorthin, und derAnblick des zerfleischten Mädchens und die Furcht vor ähnlichemSchicksal erschrecken die Spröde so sehr, daß sie den Nastagio zumManne nimmt.

Äls Laurette schwieg, Hub Philomela auf der KöniginGeheiß also zu reden an:Nicht minder, Ihr holden Da-men, als mitleidige Gesinnung an uns gelobt wird, ahndetdie göttliche Gerechtigkeit die grausame auf das strengste,wo sie dergleichen unter uns antrifft. Um Euch davonein Beispiel zu geben, und dadurch Euch zu bewegen, daßIhr der Hartherzigkeit völlig entsagt, bin ich gesonnen,Euch eine Geschichte zu erzählen, die nicht weniger EuerMitgefühl erwecken, als Euch ergötzen wird.

In Ravenna, einer uralten Stadt der Romagna, leb-ten einst adliche und vornehme Leute in Menge, unter.welchen ein junger Mann, Namens Nastagio degli Onestidurch den Tod seines Vaters und eines Onkels über allenGlauben vermögend geworden war. Dieser nun verliebtesich, da er unverheirathet war, wie den jungen Leuten zugeschehen pflegt, in die Tochter des Messer Paolo Traver-sari, und hoffte deren Gunst, obgleich ihre Familie von