Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
166
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166 Fünfter Lag. Siebente Geschichte-

rigo, dm er inzwischen zu sich berufen, was er so ebenerfahren. Messer Amerigo, der nicht anders glaubte, alsTochter und Enkel seien schon umgebracht, bereute seineGrausamkeit über alle Maßen, denn es leuchtete ihm wolein, daß ohne jenen Mord alles Geschehene wieder hättegut gemacht werden können. Nichtsdestoweniger sandteer aber in der größten Eile hinaus zu der Tochter, damitseine Befehle, wenn es anders nicht schon zu spat sei, nichtmehr vollzogen werden sollten. Der Bote fand den Die-ner, den Messer Amerigo zuvor hinausgesandt, wie er Vie-lanten, weil sie sich nicht sobald hatte entschließen kön-nen, zwischen Gift und Dolch, die er vor sie hingestellthatte, zu wählen, die härtesten Dinge sagte, und mit Ge-walt sie nöthigen wollte, mit dem Einen von beiden ihremLeben ein Ende zu machen. Kaum aber hatte er nun denWillen seines Herrn vernommen, so ließ er das Mädchenin Ruhe und kehrte zu jenem zurück, um ihm über denHergang der Sache Bericht zu erstatten.

Voller Freuden über diese Kunde suchte Messer Ame-rigo alsbald den Phineus auf, entschuldigte sich fast unterThranen, so gut er es nur wußte und konnte, wegen deSGeschehenen, und versicherte, daß, wenn Theodor seine Toch-ter zur Frau nehmen wolle, er gern bereit sei, sie ihm zugeben. Phineus nahm jene Entschuldigungen willig auf,und erwiderte dann:Meine Meinung ist, daß mein SohnEure Tochter zur Frau nehmen soll, und daß, im Faller cs nicht thun wollte, das über ihn gefällte Urtheil voll-stceckt werden müßte."

Wie nun auf solche Weise Phineus und Messer Ame-rigo übereingekommen waren, suchten sie zusammen denTheodor am Orte seiner einstweiligen Verwahrung auf, woer noch zugleich vor Todesfurcht zitterte und sich freute,den Vater wiedergefunden zu haben. Als sie ihn darauffragten, was er in jener Angelegenheit zu thun gedenke,war seine Freude, daß Violante, wenn er wolle, nun seineFrau werden würde, so groß, daß es ihm nicht anders