Theodor und Violantc.
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„Woher stammst Du und von welchem Vater?" DieGerichtsdiener hielten aus Rücksicht für den angesehenenFrager inne, so daß Pietro antworten konnte: „Ichstamme aus Armenien, mein Vater hieß 'mit Namen Phi-neus, und als kleines Kind ward ich, von was für Volkeweiß ich nicht, hiehergeschleppt."
Als Phineus diese Antwort vernahm, erkannte er indem jungen Manne zuverlässig den einst verlorenen Sohn.So eilte er denn weinend mit seinen Gefährten die Treppehinab und umarmte sein Kind mitten unter den Henkersknech-ten. Dann aber hüllte er ihn in den Mantel von kost-barem Stoffe, mit dem er selber bekleidet war, und batden Schergen, der ihn zum Tode führen sollte, daß erihm zu Liebe so lange verstehn möge, bis ihm befohlenwürde, den Verurtheilten weiter zu führen. Der Gerichts-diener war gern bereit zu verziehen, und weil Phineus durchdas Gerücht, das sich über die ganze Stadt verbreitet,schon zuvor erfahren hatte, um welcher Ursach willen derjunge Mann zum Tode geführt werde, begab er sich nunmit seinen Gefährten und mit ihrer ganzen Dienerschaftalsbald zu Messer Currado und sprach zu ihm also: „Herr,der Mensch, den Ihr da als einen Knecht zum Tode schickt,ist ein freier Mann und ist mein Sohn. Auch ist er gernbereit, das Mädchen, die er, wie man sagt, ihrer Jung-ftauschaft beraubt hat, zu seiner Frau zu nehmen. Wol-let denn also die Hinrichtung so lange verschieben lassen,bis man Erkundigung eingezogen haben wird, ob das Mäd-chen ihn zum Manne haben will. Denn, weigertet IhrEuch dieser Zögerung, und sie erklärte sich nachher bereit,so hättet Ihr den Gesetzen zuwider gehandelt."
Die Nachricht, daß der Verurtheilte ein Sohn desPhineus sei, überraschte Messer Currado nicht wenig under schämte sich, daß der Zufall ihn einen so harten Spruchhatte thun lassen. Da er aber gestehn mußte, daß Phi-neus in Dem, was er behauptete, recht habe, hieß er ihn so-gleich zu Hause gehn und berichtete dann dem Messer Ame-