158 Fünfter Tag. Siebente Geschichte.
Siebente Geschichte.
Theodor verliebt sich in Biolante, die Tochter seines Herrn, desMesser Amcrigo, schwängert sie und wird deshalb zum Strangeverurtheilt. Während er aber mit Gcißclhicbcn zur Hinrichtunggeführt wird, erkennt und befreit ihn sein Vater und er heirathctBiolante.
Äls die Damen, die mit Bangigkeit erwartet hatten, obdie beiden Liebenden verbrannt werden würden, oder nicht,vernahmen, wie sie gerettet worden seien, dankten sie Gottdafür und freuten sich alle. Die Königin aber übertrug,als die Geschichte geendet war, Lauretta die Pflicht, weiterzu erzählen, und diese begann fröhlichen Muthes also:
„Schöne Damen, zu der Zeit, als der gute KönigWilhelm Sicilien beherrschte, wohnte auf jener Insel einEdelmann, Namens Amcrigo Abate von Trapani, derunter andern zeitlichen Gütern auch mit Kindern reichlichgesegnet war. Weil er nun deshalb einer zahlreichen Die-nerschaft bedurfte, kaufte er, als eines Tages genuesischeCorsaren auf ihren Galeeren aus der Levante zurückkamen,wo sie, an den Küsten Armeniens kreuzend, viele Kindergefangen hatten, einige von diesen, indem er sie für Tür-ken hielt.
Unter diesen befand sich aber ein Knabe, NamensTheodor, der, wahrend die übrigen alle Hirtenkinder zusein schienen, sich durch ein ausgezeichneteres und eidlichesAussehen von ihnen unterschied. Wie dieser mit der Zeitalter wurde, wuchs er, obgleich er für einen Knecht galt,dennoch im Hause mit des Messer Amerigv Kindern aus,