146 Fünfter Tag. Fünfte Geschichte.
Wohnung des Giacomino zu bringen. Das Handgemengehatte aber nicht eher ein Ende, als bis die Lanzenknechtedes Stadthauptmanns dazu gekommen waren und vieleder Anwesenden und unter diesen namentlich den Minghino,den Giannole und den Crivello festnahmen und ins Ge-fängniß brachten.
Erst, nachdem der ganze Lärm vorüber war, kam Gia-comino nach Hause und war im Anfang äußerst ungehal-ten über das Geschehene. Als er aber bei genauerer Un-tersuchung, wie sich Alles zugetragen, sich überzeugte, dasMädchen sei dabei außer aller Schuld, beruhigte er sichein wenig und nahm sich im Stillen vor, damit derglei-chen sich nie mehr wiederholen könne, sie sobald als im-mer möglich zu verheirathen.
Wie die Angehörigen des einen und des andern Thei-les am andern Morgen der Wahrheit gemäß gehört hat-ten, was geschehen war, sahen sie wohl ein, wie übleFolgen die Sache für die beiden jungen Leute haben konnte,wenn Giacomino diejenigen Schritte that, zu denen ervöllig berechtigt war. Deshalb gingen sie zu ihm undbaten ihn mit gar guten Worten, daß er weniger auf disBeleidigung sehen möge, welche die jungen Männer inihrer Unbesonnenheit ihm zugesügt hätten, als auf die Liebsund das Wohlwollen, das er, wie sie glaubten, für sie,die Bittenden hege, wobei sie denn noch überdies sowolsich selbst, als jene beiden Anstifter des Unfuges zu jederBuße erboten, die es ihm belieben würde zu fordern
Giacomino, der in seinen Tagen gar Mancherlei erlebthatte und ein Mann von wohlmeinender Gesinnung war,erwiderte mit wenig Worten: „Wcrlhe Herren, wäre ichhier in meiner Heimat, wie ich in der Eurigen bin, ftwürde ich doch viel zu viel Freundschaft für Euch hegen,um in dieser Sache anders, als nach Euren Wünschen zuverfahren. Um so mehr aber muß ich mich Eurem Ver-langen fügen, da Ihr durch das Geschehene Niemand alsEuch selbst zu nahe getreten seid. Wisset nämlich, daß