134 Fünfter Lag. Vierte Geschichte.
der Sittsamkeit nicht zuwider, und ich muß wol glauben,daß Gott Seinen Willen dazu gegeben hat, da Er denEinen vom Galgen, die Andere vom Lanzenstiche, undBeide von den wilden Thieren gerettet hat. So möge esdenn in Gottes Namen geschehen." Darauf fügte sie, zujenen Beiden gewandt, hinzu: „Ist es denn noch immerEuer Wille, Mann und Frau zu werden, so gebe ich auchden meinigen darein, und die Hochzeit soll hier auf Liello'sKosten gefeiert werden. Dann werde ich Euch auch mitEuren Angehörigen schon wieder versöhnen." Pietro warentzückt über diesen Entschluß und Agnolella war es womöglich noch mehr. Die Hochzeit, zu der die edle Damedie Festlichkeiten so gut veranstaltet hatte, als es sich dortim Gebirge nur irgend thun ließ, wurde auf der Burggefeiert, wo denn die beiden Liebenden mit unbeschreiblicherLust die ersten Freuden der Liebe kosteten. Einige Tagedarauf stieg die Dame mit den Beiden zu Pferd und sieritten unter guter Bedeckung zusammen nach Rom zurück,wo sie die Angehörigen Pietro's zwar über Alles, was ergethan hatte, sehr erzürnt fand, dennoch aber bald dazugelangte, den Frieden wieder herzustellen. Und von derZeit an lebte Pietro mit seiner Agnolella in Ruhe und inFreuden bis zu ihrem beiderseitigen Alter."
vierte Geschichte.
Ricciardo Manardi wirb von Messer Lizio da Balbona bei derTochter des Letzteren betroffen. Er heirathet indes Las Mädchenund söhnt sich mit ihrem Water wieder aus.
Ä-ls Elise schwieg und den Lobsprüchen zuhörte, welchedie Gefährtinnen ihrer Geschichte ertheilten, hieß die Köni-gin den Philostratus mit einer andern forlfahren. Dieser