Pietro Boccamazza und Agnolclla-
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schon gegen die Morgendämmerung, in der Entfernungvon etwa einer Meile ein großes Feuer. Kaum erwarteteer nach dieser Entdeckung den Hellen Tag, um, nicht ohnegroße Angst, von seiner Eiche herabzusteigen und die Rich-tung des Feuers zu verfolgen. Als er es endlich erreichthatte, fand er Hirten ringsumher gelagert, die ihr Früh-stück fröhlich verzehrten und ihn mitleidig aufnahmen. Siehießen ihn mitessen und sich warmen, worauf er ihnendenn sein Misgeschick und wie er allein dorthin gerathensei, erzählte, und sie fragte, ob denn kein Landgut, oderkeine Burg in der Nähe sei, wohin er sich wenden könne.Die Hirten sagten ihm, daß etwa drei Meilen von dortentfernt eine Burg des Liello von Campo di Fiore sei,auf der die Frau des Besitzers sich eben befinde. Erfreutüber diese Nachricht, bat Pietro, daß Jemand von ihnenihn bis zu der Burg begleiten möge, und sogleich fan-den zwei sich gern dazu bereit.
Während nun Pietro, sobald er auf der Burg angelangtwar, durch ein paar Bekannte,die er dort antraf, noch zu bewir-ken suchte,daß das Mädchen in dem Walde gesucht würde, ließdie Frau des Hauses ihn zu sich rufen. Er verfehlte nichtsogleich zu gehorchen, und unbeschreiblich groß war seineFreude, als er Agnolella bei ihr fand. Kaum wußte ersich zu bezwingen, daß er ihr nicht gleich um den Halssiel, und nur die Scheu vor der Dame vermochte ihn da-ran zu hindern. War er aber voller Freude, so fühltesich das Mädchen nicht weniger glücklich. Als nun dieDame ihn mit vieler Höflichkeit bei sich ausgenommenund Alles, was sich zugetragen, von ihm vernommenhatte, tadelte sie ihn sehr, daß er sich gegen den Willenseiner Angehörigen vermählen wolle. Wie sie jedoch ge-wahr ward, daß er durch das Alles in seinem Entschlüssedurchaus nicht wankend war, und daß auch das Mädchengleiche Wünsche hegte, sagte sie: „Was geb'ich mir da vielMühe? Sie lieben sich, sie kennen sich, Beide sind gleich-mäßig mit meinem Manne befreundet, ihre Wünsche sind