Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
129
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Pietro Boccamazza und Agnolclla.

auch sie, bald verweilend und bald umherirrend, bald ru-fend und bald ihr Unglück mit tausend Thränen beweinend,den ganzen Tag in dieser waldigen Wildniß. Wie sie nun,da es schon Abend ward, Pietro immer noch nicht kom-men sah, schlug sie einen kleinen Pfad ein, den sie ge-wahr worden war. Das Pferd verfolgte die Spur, undals sie etwas über zwei Meilen weit geritten war, erblicktesie von Ferne ein kleines Häuschen. Sie eilte dies soschnell als möglich zu erreichen, und fand es von einem wackernManne, der hoch in Jahren war, und von seiner ebenfallsbetagten Frau bewohnt. Als diese sahen, daß sie alleinsei, sagten sie:Ach Tochter, was thust Du um diesespäte Stunde so allein auf dem Felde?" Das Mädchenerwiderte weinend, wie sie ihren Gefährten im Walde ver-loren habe, und fragte dann, wie weit cs noch bis Anagnisei.Meine Tochter," antwortete der gute Mann,hiergeht der Weg nach Anagni nicht vorüber, und es sindmehr als ein Dutzend Meilen bis hin." Darauf sagte dasMädchen:Sind denn nicht wenigstens Häuser hier inder Nähe, wo man beherbergt werden kann?" Der guteMann aber entgegnete:Keines so nahe, daß Du es nochbei Tage erreichen könntest."Wenn ich denn nirgendanders Unterkommen kann," erwiderte das Mädchen,wür-det Ihr denn wol so freundlich sein, mich diese Nacht ausBarmherzigkeit bei Euch zu behalten?" Darauf antwor-tete der gute Mann:Mein Kind, es soll uns lieb sein,wenn Du diese Nacht bei uns bleibst, doch wollen wirDir im voraus bemerken, daß übelgesinnte Heerhaufen dereinen wie der andern Partei bei Tage und bei Nachtdiese Gegenden zu durchstreifen pflegen und uns gar häu-fig großen Schaden und Verdruß anthun. Würden wirnun zum Unglück, während Du hier bist, von einer sol-chen Bande heimgesucht, so würden sie Dir um DeinerSchönheit und Jugend willen gewiß Schaden und Schandeanthun, ohne daß wir Dich im mindesten zu schützen ver-möchten. Das haben wir Dir im voraus sagen wollen,

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