Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
109
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Cimon und Iphigenie.

sten, und überlegte dann mit seinen Geführten, ob esnicht allzugefährlich sein möchte, für jetzt nach Cypernzurückzukehren. Wirklich beschlossen sie gemeinschaftlich,den Lauf ihres Schiffes lieber nach Greta zu lenken, wosie sich insgesammt, besonders aber Cimon, wegen alterund neuer Verbindungen und vieler Freundschaft mit Iphi-genien sicher glaubten.

Das Glück aber, das die Erbeutung der Dame freundlichdem Cimon gewahrt hatte, verwandelte jetzt in seiner Unbe-ständigkeit die überschwängliche Freude des liebenden Jünglingsplötzlich in bittere, schmerzliche Thränen. Noch waren nichtvier Stunden vergangen, seit Cimon die Rhodier verlassenhatte, als mit derselben Nacht, von der Cimon sich diehöchste, nie empfundene Seligkeit versprochen hatte, ein stür-misches Wetter Heraufstieg, das den Himmel mit Wolken unddas Meer mit verheerenden Winden überzog. So sehrwüthete der Sturm, daß Niemand zu erkennen vermochte,was man thun und wohin sich wenden sollte, ja daßman nicht einmal sich aufrechtzulialten und einige Hülfezu leisten im Stande war. Wie sehr Cimon darüber sichbetrübte, bedarf nicht erst der Rede; es dünkte ihm, dieGötter hätten ihn an das Ziel seiner Wünsche nur ge-langen lassen, damit er den Tod, der ihm vorher gargleichgültig gewesen wäre, um so schmerzlicher empfindensolle. Es beklagten sich auch die Gefährten; vor Allenaber jammerte Iphigenie, weinte laut und schreckte beijedem Wellenstoße neu zusammen. Mit harten Wortenverwünschte sie unter ihren Thränen Cimon's Liebe undschalt aus seine Keckheit; denn nur darum, sagte sie, seidies stürmische Unwetter entstanden, weil die Götter, weitentfernt, zu gestatten, daß Cimon, der sie wider ihrenWillen zur Gattin begehrte, seiner verwegenen Lüste frohwürde, ihn vielmehr, nachdem er sie zuvor habe sterbensehen, selber elendiglich umkommen lassen wollten.

Unter solchen und noch heftigeren Klagen ward das Schiff,das die Seeleute auf keine Weise zu lenken vermochten, von