Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
97
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Schluß.

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müssen. Dann aber stand er auf, nahm sich den Lor-beerkranz vom Kopfe und setzte ihn, wahrend die Damenneugierig erwarteten, wem er ihn übergeben werde, mitfolgenden Worten auf das goldig glänzende Haupt derFiammetta:Dir übertrag' ich diese Krone, denn Duwirst besser als irgend eine andere unsere Gefährtinnendurch den morgenden Tag für den Kittern zu entschädigenwissen, den sie heute erleben mußten."

Fiammetta's langes, lockiges, goldenes Haar siel ihranmuthig auf die weißen, sammtenen Schultern, das rund-liche Gesicht schimmerte in lebendigen Farben weißer Lilienund purpurner Rosen. Die Augen leuchteten darin wiedie eines ungezähmten Falken, und das kleine Mündchenprangte mit ein paar Lippen, die zwei dunklen Rubinenglichen. Jetzt aber antwortete sie lächelnd:Wohl denn,Philostratus; willig nehme ich Deine Krone an, und umDich vollkommener von der Verkehrtheit Deines heutigenVerfahrens zu überzeugen, will und befehle ich alsbald,daß Jeder sich auf morgen von den Glücksfällen zuerzählen rüste, die nach widrigen und betrübtenEreignissen Liebende betroffen haben."

Allen gefiel die Aufgabe; sie aber ließ sich den Sene-schall kommen, traf mit ihm einige nothwendige Verab-redungen und entließ alsdann, indem sie gleich den klebri-gen sich erhob, die ganze Gesellschaft fröhlich bis zumAbendessen. Diese nun gingen zum Theil innerhalb desGartens, dessen Schönheiten man nicht sobald überdrüssigbekommen konnte, zum Theil auf dem Wege nach denMühlen, die außerhalb desselben belegen waren, der Einehier und der Andere dort, je nach den verschiedenen Nei-gungen, bis zur Stunde des Abendessens verschiedenerleiVergnügen nach. Sobald diese aber gekommen war,vereinigten sie sich Alle nach früherer Gewohnheit in derNähe der schönen Quelle und aßen heiter und wohlbedientzu Nacht.

Als die Tafel aufgehoben war, ergötzten sie sich, gleich-Dckameron. II. 5