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2 (1843)
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Vierter Tag. Zehnte Geschichte.

ihrer Dienerin. Diese aber waren darüber so erstaunt undbetroffen, daß sie fast im Begriffe standen, sich selber zuüberreden, was sie in der vorigen Nacht gethan, hattensie nicht wirklich gethan, sondern nur zu thun geträumt,zugleich aber betrübte sich die Dame über die Gefahr,in der Ruggieri schwebte, auf solch eine Weise, daßnicht viel daran fehlte, so hatte sie den Verstand darüberverloren.

Jndeß waren noch nicht viel mehr als anderthalbStunden seit Sonnenaufgang, verstrichen, als der Arztvon Amalsi zurückkehrte und, da er nun die Operationmit dem Kranken vörzunehmen dachte, nach dem bereite-ten Wasser verlangte. Als er aber das Fläschchen leerfand, zankte er gewaltig, daß er nichts im Hause in seinerrechten Ordnung erhalten könne. Die Frau, der andererGram durch den Kopf ging, antwortete verdrießlich:Mei-ster, was würdet Ihr erst über eine Sache von Bedeu-tung sagen, wenn Ihr über ein Fläschchen Wasser schonsolchen Lärm verführt, als ob in der ganzen Welt keinWasser mehr zu haben wäre." Darauf erwiderte der Arzt:Frau, Du bildest Dir ein, das sei reines Wasser gewesen.So verhält es sich aber keineswegs; vielmehr war das einWasser, das bereitet war, um Jemand schlafen zu ma-chen," und damit erzählte er ihr, wozu es ihm habe die-nen sollen. Als die Frau diesen Aufschluß erhalten, er-riech sie wol, daß Ruggieri dies Wasser getrunken habeund deshalb von ihnen für todt angesehen worden sei.Darum sagte sie denn zu ihrem Manne:Meister, dashaben wir nicht gewußt, und so bereitet es Euch nun nocheinmal." In der That.ließ der Wundarzt, da er sah,daß kein anderes Mittel war, den Schlaftrunk aufs neuebereiten.

Bald darauf aber kehrte die Dienerin, die auf Befehlder Dame ausgegangen war, um zu hören, was überRuggieri gesagt werde, heim und erzählte ihr Folgendes:Madonna, von Ruggieri hört man überall nichts Gutes,