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Vierter Tag. Zehnte Geschichte.
wo ihre Frauen schliefen, auf. Dabei nahmen sie sichdenn nicht einmal die Zeit, ihn gehörig zurechtzurückmund zu' befestigen, sondern ließen ihn stehen, wie er ebenstand, und gingen schlafen.
Als Ruggieri nun schon gar lange geschlafen, dasGetränk verdauet und dessen Kraft besiegt hatte, erwachteer kurz vor dem Frühgeläute. Und obgleich ihn der
Schlaf verlassen und die Sinne ihre Thatigkeit wiedergewonnen hatten, blieb ihm doch eine Betäubung im Ge-hirn zurück, die ihn nicht allein in dieser Nacht, sondernnoch während mehrer folgender Tage verwirrte. Wie eralso jetzt die Augen austhat und nichts sah und beim Um-hertappen mit den Händen sich in den Kasten eingeschlos-sen fand, besann er sich hin und wieder und sagte bei sichselber: „Was will das nur bedeuten? Wo bin ich?Schlaf' ich, oder wach' ich? Ich erinnere mich doch noch,daß ich heut' Abend in das Zimmer meiner Geliebtenkam, und jetzt ist mir, als wär' ich in einem Kasten.Wie in aller Welt hängt das zusammen? Sollte derArzt zurückgekommen sein, oder sonst etwas sich zugetra-gen haben, um dessentwillen die Frau mich, während ichschlief, hier hereingesperrt hätte? So denk' ich's mir, undso ist es ganz gewiß." In Folge dieser Vermuthung hielter sich nun ganz ruhig und horchte nur, ob er was ver-nähme.
Als er aber eine geraume Zeit in einer, wegen derKleinheit des Kastens ziemlich unbequemen Stellung zu-gebracht hatte, und die Seite, auf der er lag, ihn sehrzu schmerzen anfing, wollte er sich auf die andere um-wenden und stellte sich dabei so geschickt an, daß er durcheinen Stoß mit der Hüfte gegen die eine Seite des Ka-stens, der auf etwas ungleichen Boden gestellt war, diesenerst ins Schwanken brachte und nachher völlig umwarf.Es machte dieser Fall einen solchen Lärm, daß die Frauen-zimmer, die ganz in der Nähe schliefen, davon aufwach-ten, zugleich aber auch vor lauter Furcht ganz stille blieben.