Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
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Scheintod des Ruggicri von Jcroli.

des Königs folgendermaßen:Die traurigen Ereignisse un-, glücklicher Lieben, die uns bisher erzählt sind, haben (Euch,Ihr Damen, zu geschweigen), selbst mir Herz und Au-gen so sehr gerührt, daß ich ihr Ende sehnlich herbeige-wünscht habe. Gottlob, daß sie nun hinter uns liegen,wenn ich nicht etwa, wovor Gott mich aber bewahrensoll, dieser kläglichen Waare noch eine betrübte Zugabebeifügen wollte. Ohne mick also länger bei traurigenGegenständen zu verweilen, will ich von anmuthigeren undheiteren zu reden beginnen, um dadurch für die Erzäh-lungen des nächsten Tages vielleicht einen besseren Stoffanzudeuten."

Ihr müßt nämlich wissen, reizende Mädchen, daßvor nicht gar langer Zeit in Salerno ein vortrefflicherWundarzt, Namens Mazzeo della Montagna, lebte, derein schönes junges Weibchen, das er noch in seinem spätenAlter zur Frau genommen, zwar mit vornehmen undprächtigen Kleidungsstücken, mit Edelsteinen und allemandern Schmuck, der ein Weib erfreuen kann, besser ver-sah, als irgend eine Andere in der Stadt dergleichen auf-weisen konnte; dafür aber zuließ, daß sie sich des Nachtsmeistentheils erkältete, weil er zu wenig dafür that, sieim Bette gehörig zugedeckt zu halten. Und, sowie HerrRicciardo von Chinziea seiner Frau die Festtage einlehrte,so versicherte dieser der seinigen, wenn man bei einer Fraugeschlafen, brauche man, Gott weiß, wie viel Tage, umsich wieder zu erholen, und mehr solche Albernheiten, andenen das arme Weib sich nicht sonderlich erbaute. Weilaber die Frau verschlagen und entschlossen war, so setztesie sich, um den Hausvorrath zu sparen, vor, auf derStraße sich umzuthun und wo möglich von anderer LeuteTellern zu essen.

Eine Weile sah sie sich eine Anzahl junger Leute nach-einander an, endlich aber fand sie Einen, der ihr ganzzu Sinns war, und setzte auf ihn allein alle ihre Hoff-nung, ihre Gedanken und ihr Glück. Wie der junge