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Vierter Tag. Neunte Geschichte.
als er tückisch und voll Ingrimm unter dem Rufe: „Dubist des Todes!" mit vorgestreckter Lanze über ihn Hersielund im selben Augenblicke dessen Brust mit der Lanzedurchbohrte. So siel Cabestaing, ohne das Mindeste zuseiner Vertheidigung thun zu können, und starb nach wenigAugenblicken, ohne daß er im Stande gewesen wäre, nurnoch ein Wort zu reden.
Seine Diener hatten indessen, bevor sie noch erkannt,von Wem dieser Anfall ausgegangen sei, eiligst die Häup-ter ihrer Pferde herumgewandt und waren, so schnell sievermochten, nach der Burg ihres Herrn geflohen. Rous-sillon aber stieg vom Pferde, öffnete dem Cabestaing miteinem Messer die Brust und nahm mit eigenen Händendas Herz heraus. In ein Lanzenfähnchen eingewickelt, ließer es sich von einem der Diener nachtragen und ritt als-dann, nachdem er ihnen Allen eingeschärft, daß Keinersich unterstehen solle, von dem Geschehenen ein Wort zusagen, da es schon Nacht geworden, in seine Burg zurück
Die Dame hatte vernommen, daß Cabestaing zumAbendessen kommen wollte, und erwartete ihn mit dergrößten Sehnsucht; als er nun aber ausblieb, verwundertesie sich gar sehr und sagte zu ihrem Gemahle: „Herr,was ist es nur, daß Cabestaing noch immer nicht gekom-men?" Der Mann aber erwiderte: „Frau, er hat michwissen lassen, daß er vor morgen nicht hier sein kann;"worüber die Dame bei übler Laune blieb.
Inzwischen hatte sich Roussillon, als er kaum vomPferde gestiegen, den Koch rufen lassen und sagte nunzu ihm: „Nimm dies Eberherz und mache daraus dasbeste und wohlschmeckendste Gericht, das Du weißt, undschick' es mir dann in einer silbernen Schale zur Tafel."Der Koch nahm das Herz, zerhackte es und that viel guteGewürze dazu und bereitete so nach aller seiner Kunst undGeschicklichkeit ein äußerst schmackhaftes Gedämpftes daraus.
Herr Guillem setzte sich, sobald es Zeit war, mit seinerGemahlin zu Tische. Die Speisen wurden aufgetragen;