Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
66
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66 Vierter Tag. Sechste Geschichte.

mich, zu sehen, daß Du ihn verloren, bevor ich noch da-von gewußt. Da es indeß nun einmal so ist, so will ichzu Deiner Beruhigung wenigstens dem Tobten anthun,was ich gern dem Lebenden gewahrt hätte, ihm nämlichdie Ehre erweisen lassen, die meinem Schwiegersöhne zu-kommt."

Darauf wandte er sich zu seinen Kindern und Ver-wandten und hieß sie, für den Gabriotto ein großes undehrenvolles Begräbniß zurüsten. Inzwischen waren auch!die männlichen und weiblichen Angehörigen des jungen!Mannes, die von dem Vorfälle Nachricht erhalten, und ^fast so viel Männer und Frauen als in der Stadt waren,herbeigekommen. So wurde denn die Leiche, die mitten ^im Hofe auf Andreola's Tuche lag und noch mit all den !Rosen geschmückt war, nicht allein von ihr und von sei-!nen Verwandtinnen, sondern fast von allen Frauen in!der Stadt und von vielen Männern öffentlich beweint,!und alsdann, nicht nach Art eines gemeinen Mannes, isondern eines großen Herrn, aus dem Hofe des Stadt-^Hauses auf den Schultern der edelsten Bürger unter gro-ßen Ehren zur Gruft getragen.

Nach einigen Tagen wiederholte der Podesta seine be-reits gemachten Anträge, und Herr Negro sprach davonzu seiner Tochter. Sie aber wollte nichts davon hören,und da der Vater bereit war, ihr den Willen darin zulassen, nahm sie mit ihrer Dienerin in einem seiner Hei-ligkeit wegen berühmten Kloster den Schleier, wo Beidenoch lange ein tugendhaftes Leben führten.,,